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03.02.2016

Weniger als die Hälfte der Mädchen in Deutschland gegen HP-Viren geimpft

In Deutschland wird weniger als die Hälfte der Mädchen gegen humane Papillomviren (HPV) geimpft, die bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Rolle spielen. Das zeigt eine im Versorgungsatlas veröffentlichte Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen. Auffallend sind vor allem die sehr ausgeprägten regionalen Unterschiede auf Länder- und Kreisebene.

Seit Mai 2007 empfiehlt die ständige Impfkommission (STIKO) für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren die HPV-Impfung . Da ein bundesweites Monitoring der HPV-Impfquoten nicht existiert, haben Wissenschaftler des Robert Koch-Institutes in Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen diese Quoten aus bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für das Ende des Jahres 2013 berechnet. In der Gruppe der 12-jährigen Mädchen hatten bundesweit weniger als ein Prozent die drei erforderlichen Immunisierungen erhalten. Bei den 17-Jährigen hatten 40 Prozent die komplette Impfung erhalten. Die Quoten steigen in den Altersgruppen linear an.

Höhere Quoten in den neuen Bundesländern
Im Ländervergleich sind bei den 12-Jährigen Baden-Württemberg und Bremen die Schlusslichter - nur 0,3 Prozent der Mädchen sind dort jeweils vollständig geimpft. Am höchsten war die Quote in dieser Altersgruppe mit 2,2 Prozent in Sachsen-Anhalt. Bei den 17-Jährigen sind die Quoten in Bremen mit 30 Prozent am geringsten. In Mecklenburg-Vorpommern sind hingegen 59 von 100 Mädchen gegen eine HPV-Infektion geschützt.

Studie liefert Informationen für Empfehlungen
„Die KV-Impfsurveillance bietet zeitnahe Informationen für die Überprüfung und Optimierung gegenwärtiger Impfempfehlungen und für gezielte Interventionen", schreiben die Wissenschaftler. So haben die Daten einer vorausgegangenen Untersuchung aus dem Jahr 2014 die Entscheidung der Ständigen Impfkommission unterstützt, das empfohlene Impfalter auf neun bis 14 Jahre zu senken. In diesem Alterssegment genügen zwei statt drei Impfstoffdosen zur vollständigen Immunisierung. Außerdem können Ärztinnen und Ärzte die Vorsorgeuntersuchungen (U11 und J1) nutzen, um die HPV-Impfung anzubieten. „Dies kann sich positiv auf die Impfquoten auswirken", hoffen die Forscher.

DER VERSORGUNGSATLAS www.versorgungsatlas.de ist eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Er wurde institutionalisiert als öffentlich zugängliche Informationsquelle mit Studien zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Schwerpunkt der Studien sind regionale Unterschiede in der Versorgung sowie deren unterschiedliche Strukturen und Abläufe. Die Analysen basieren auf den bundesweiten Abrechnungsdaten der vertragsärztlichen Versorgung und Arzneiverordnungsdaten in Deutschland und sollen Anhaltspunkte liefern, wie die Versorgung verbessert werden kann. Die Internet-Plattform steht aber auch anderen Forschergruppen zur Verfügung, die ihre Untersuchungen nach einem Peer-Review veröffentlichen können.

Weitere Informationen: http://www.versorgungsatlas.de/hpv-impfung (direkt zur Studie)

 Quelle: Presseinformation Versorgungsatlas http://www.versorgungsatlas.de



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