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30.09.2006

Sperma kann Tumorwachstum fördern

Das hormonähnliche Molekül Prostaglandin, das im Sperma in sehr hohen Konzentrationen vorkommt, könnte das Wachstum von Tumoren am Gebärmutterhals oder in der Gebärmutter verstärken. Prostaglandin kommt natürlicherweise auch in den Zellen vor, welche die weiblichen Geschlechtsorange auskleiden - z. B. in den Schleimhäuten der Scheide, des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter. Es ist für die Regulierung des Zellwachstums, die Verdickung und Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut während des Monatszyklus mitverantwortlich.

Die Konzentration von Prostaglandin im Sperma ist etwa 1000mal so hoch, wie in den Zellen der Schleimhäute. Tumorzellen haben auf ihrer Oberfläche Andockstellen (Rezeptoren) für Prostaglandin. Ist die Konzentration des Stoffes sehr hoch, werden die Zellen dazu angeregt, sich zu teilen. Das haben Wissenschaftler vom Medical Research Councis (MRC) in Großbritannien herausgefunden.

Gebärmutterhalskrebs ist die bei Frauen unter 35 Jahren zweithäufigste Krebsart. Die Krankheit wird zwar nicht durch Prostaglandin ausgelöst, kann nach den Studienergebnissen jedoch dadurch gefördert werden. Die Forscher empfehlen Frauen, die ein stark erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs haben, ihre Partner um die Verwendung von Kondomen zu bitten, um den möglichen Einfluss von Prostaglandin zu verhindern.

Das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, kann durch den jährlichen Abstrich vom Gebärmutterhals im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt, stark gesenkt werden. Die Scheidenhygiene mit Bewahrung des normalen Scheidenmillieus und die demnächst zur Verfügung stehende HPV-Impfung gegen den Erreger des Gebärmutterhalskrebses, das Humane Papillom Virus, sind ebenfalls von großer Bedeutung.

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