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12.03.2013

Ärztliche Schwangerenvorsorge verhindert Frühgeburten

Seit der Einführung des Mutterpasses und der Überführung der Schwangerenvorsorge in frauenärztliche Hand ist die Sterblichkeit der Babys um die Geburt herum um 90% gesunken. Die Zahl der Mütter, die an schwersten Komplikationen und Erkrankungen während oder kurz nach der Geburt sterben, ist seit 1960 um 97% zurückgegangen und der Anteil der Totgeburten von 1,5% auf 0,35[1]. Durch die Fortschritte der Medizin, aber auch durch die international beispiellose ärztliche Schwangerenvorsorge in Deutschland kann jedes Jahr das Leben von vielen hundert Müttern und von vielen tausend Kindern gerettet werden.

In Deutschland werden pro Jahr derzeit etwa 660.000 Kinder geboren.  Nach wie vor ist die Frühgeburtlichkeit das größte Problem der Schwangerenvorsorge: Etwa 9% der Kinder werden vor Ende der 37. SSW geboren. 6,9% der Neugeborenen wiegen unter 2.500 Gramm,  0,7% wiegen unter 1.000 Gramm. Von den Kindern, die mit weniger als 1.000 Gramm Geburtsgewicht geboren werden, behalten 18% eine Behinderung wie Blindheit, Taubheit, Lähmungen, Epilepsie. Bei 42%  verläuft die körperliche und geistige Entwicklung deutlich verzögert, was sich in in der Sprach-, Lern-, Hör, Seh- oder  Verhaltensstörungen zeigt. Nur 40% der Kinder entwickeln sich normal.

Neue Erkenntnisse belegen, dass die risikoreiche Frühgeburt nur durch ärztliche Maßnahmen weiter reduziert werden kann. So kann eine Behandlung mit Progesteron  jede zweite Frühgeburt verhindern, die  durch eine vorzeitige Gebärmutterhalsverkürzung  ausgelöst wurde. Jeder gewonnene Tag zählt, denn von den Kindern, die vor Beendigung von 23 Schwangerschaftswochen geboren werden, versterben  selbst bei intensiven kinderärztlichen Bemühungen 63%; von den Kindern, die vor Beendigung von 24 Schwangerschaftswochen geboren werden, sind es immer noch 27%.  Zu den Maßnahmen, um Frühgeburtsbestrebungen frühzeitig zu erkennen, gehören neben der manuellen Untersuchung auch die Untersuchung durch Ultraschall von der Vagina aus, die wichtige Informationen über die Festigkeit und Stabilität des Gebärmutterhalses ergibt, und  die Verordnung von Progesteron. Wegen dieser neuen Möglichkeiten kommt der Schwangerenvorsorge durch FrauenärztInnen eine noch umfangreichere Bedeutung zu.

Weitere alleinige ärztliche Aufgaben in der Schwangerschaft sind der Ultraschall nach den Mutterschaftsrichtlinien, die Maßnahmen der Pränataldiagnostik, die Erstellung medizinischer Diagnosen, die Diagnostik des Schwangerschaftsdiabetes, die Verordnung rezeptpflichtiger Arzneimittel und z.B. das Ausstellen individueller Beschäftigungsverbote oder einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Bei der Entbindung hat die Patientin hat ein gesetzliches Anrecht auf Hebammenhilfe. Hebammen leiten unkomplizierte und risikofreie Geburten. Bei allen Komplikationen oder Risiken unter der Geburt müssen die FrauenärztInnen hinzugezogen werden. Hebammen bereiten außerdem Schwangere auf die Geburt vor und betreuen Mütter und ihre Babys in der ersten Zeit nach der Entbindung. Während der Schwangerschaft können Hebammen in die Vorsorge entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien eingebunden werden. Im Rahmen der Schwangerenvorsorge dürfen sie Frauen beraten, Blut und Urin abnehmen, Blutdruck messen und  den Wehenschreiber anlegen, um Wehenaktivität und die Herztöne des Kindes abzuleiten.

Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverband der Frauenärzte e.V.: „FrauenärztInnen betreuen seit über 50 Jahren die Schwangere kompetent und umfassend nach den Mutterschaftsrichtlinien. Sie haben mit hohem Engagement zusammen mit den Kinderärzten weltweit Einmaliges geschaffen. Neue Methoden helfen die Frühgeburtenzahlen weiter zu reduzieren. Die Gesellschaft muss entscheiden, ob Deutschland mit seiner beispielhaft niedrigen  Zahl an Kindern, die während oder nach der Geburt versterben oder erkranken,  auf diesem Weg weiter fortschreiten und weitere Verbesserungen für Mutter und Kind erreichen will oder nicht. Die Mittel dazu  sind bei den Krankenkassen sicherlich vorhanden, zumal die langfristige Versorgung von zu früh geborenen Kindern erhebliche Kosten verursacht, die in keinem Verhältnis zu dem Aufwand stehen, diese Frühgeburten hinauszuzögern und zu verhindern."

 [1] Im Jahr 1960 wurden Kinder unter 1000 Gramm als Fehlgeburten eingestuft und noch nicht bei den Geburten mitgezählt.

Quelle: Pressemeldung FOKO 2013



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