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19.01.2012

Vorbeugen von Scheideninfektionen: Nasse Badesachen möglichst rasch ausziehen

Frauen sollten während eines Schwimmbadbesuchs ihre feuchte Badebekleidung so kurz wie möglich anbehalten und zwischendurch trockene Sachen anziehen. „Schädliche Keime können sich im warmen, feuchten Milieu eines Badeanzugs gut vermehren und im ungünstigen Fall die Scheide infizieren. Frauen, die zu chronischen Scheideninfektionen neigen, sollten diese Verhaltensregeln besonders streng beachten oder sogar Schwimmbäder und auch Whirlpools gänzlich meiden", meint Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Auch sollten sie keine Tampons im Schwimmbad verwenden. Während der Regelblutung sollten Tampons nach dem Schwimmbadbesuch grundsätzlich sofort gewechselt werden. „Nach dem Schwimmen können Frauen versuchen, durch Husten und den dadurch entstehenden Druck auf den Beckenboden verbliebenes Wasser aus der Scheide zu entfernen", rät der Experte.

Besonders gefährdet für Infektionen im Intimbereich sind Frauen, deren gesunde Scheidenflora durch einen Mangel an Milchsäurebakterien bereits gestört ist. Scheideninfektionen machen sich dann durch Jucken, Brennen oder Schmerzen bemerkbar. Als Verursacher kommen Pilze oder Bakterien in Betracht. „Unter Umständen kann jedoch bei Beschwerden nach Schwimmbadbesuchen auch eine Überempfindlichkeit oder eine Allergie gegenüber Chlor dahinterstecken. Eine besondere Gefährdung besteht dann bei frisch gechlortem Wasser: Wenn die Augen brennen, ist auch die Scheide in Gefahr", so Albring. Betroffene sollten in jedem Fall bei Beschwerden ihren Frauenarzt konsultieren, um durch eine korrekte Diagnose auch eine richtige Behandlung zu erhalten.

Leiden Frauen häufig unter Scheideninfektionen, sollten sie statt synthetischer Unterwäsche Unterwäsche aus Naturfasern wie etwa aus Baumwolle oder Microfaser tragen. Auch sollten sie lediglich Wasser oder pH-neutrale Wachlotionen für die Intimpflege verwenden. „Diese Pflegeprodukte dürfen beim Waschen niemals an die Schleimhäute der kleinen Schamlippen oder gar in die Scheide gelangen, weil dadurch die natürlichen Milchsäurebakterien beeinträchtigt oder vernichtet werden könnten", sagt Albring. Bekommen Frauen während einer Scheideninfektion ihre Menstruationsblutung, sollten Sie keine Tampons verwenden.

Diabetikerinnen, Schwangere und Frauen, die eine Überempfindlichkeit gegenüber Waschlotionen, Waschmitteln oder Weichspülern haben, sind besonders infektionsgefährdet. Auch ältere Frauen, die in oder nach den Wechseljahren unter Scheidentrockenheit leiden, sind anfällig. Infektionen im Bereich der Scheide sollten immer ernst genommen werden, auch weil die Erreger aufsteigen und dann Organe im unteren Bauchraum infizieren können. Dort sind beispielsweise Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, Eileiterentzündungen oder auch eine Entzündung der Blase möglich.

Die Pressemeldung des BVF ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung freigegeben.
Bitte weisen Sie bei Verwendung im Printbereich auf das Informationsportal des BVF,
www.frauenaerzte-im-netz.de, hin. Bei Online-Veröffentlichung erbitten wir eine Verlinkung auf die Website.



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