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07.10.2011

Toxisches Schocksyndrom: Risiken durch Tampon-Verwendung äußerst gering

Anlässlich eines aktuellen Falls von Toxischen Schocksyndrom (TSS) in Großbritannien weist der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) darauf hin, dass das Erkrankungsrisiko durch die Verwendung von Tampons äußerst gering ist. „Beim Toxischen Schocksyndrom handelt es sich um eine Infektionserkrankung mit dem Bakterium Staphylococcus aureus die äußerst selten auftritt. Es gibt wenige Fälle aus der Vergangenheit, bei die Erkrankung mit der Verwendung von Tampons in Verbindung gebracht wurde", berichtet Dr. Klaus Doubek, vom BVF. „Damals hatten die betroffenen Frauen offenbar hochsaugfähige Tampons benutzt, die jedoch inzwischen vom Markt genommen wurden." Inwieweit der aktuelle Fall tatsächlich auf die Verwendung eines Tampons zurückgeführt werden kann, ist noch unklar. In Großbritannien musste ein 15-jähriges Mädchen aufgrund von TSS stationär behandelt und ins künstliche Koma versetzt werden.

Sorgfältige Menstruationshygiene wichtig
Auch um Infektionen mit anderen Krankheitskeimen vorzubeugen, ist eine gute Menstruationshygiene wichtig. „So sollte vor und nach dem Einführen eines Tampons gründlich die Hände gewaschen werden. Auch sollte die für die Blutungsstärke kleinste geeignete Tampon-Größe benutzt werden", empfiehlt Dr. Doubek. „Tampons müssen entsprechend der Blutungsstärkte regelmäßig gewechselt und in der Nacht bevorzugt Binden eingesetzt werden. Wichtig ist es, nur Tampons aus unbeschädigten, original-verpackten Hüllen zu verwenden." Fragen zur Menstruationshygiene können in der frauenärztlichen Sprechstunde gestellt werden.

Das Bakterium s. aureus kommt fast überall in der Natur und bei circa einem Drittel der gesunden Bevölkerung auch auf der Haut und in den oberen Atemwegen vor. Die Bakterien können verschiedene Gifte (Bakterientoxine) abgeben, die unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen. „Im Laufe des Lebens bilden bis zu 90% der Menschen Antikörper gegen die Bakterientoxine. Es gibt jedoch einzelne Menschen, die nicht oder nur in unzureichendem Maße in der Lage sind, diese Antikörper zu produzieren und erkranken können. Risikogruppen sind Personen mit Hals-Nasen-Ohren-Operationen und anderen chirurgischen Eingriffen", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt aus Wiesbaden. „Doch auch Tampon-Anwenderinnen und Anwenderinnen von so genannten Barriere-Verhütungsmethoden, wie beispielsweise dem Diaphragma, haben ein gering erhöhtes Risiko." Mit einem Fall pro 200.000 Einwohner und Jahr tritt die Infektionserkrankung jedoch äußerst selten auf. Sie kann jedoch sehr schwere Verläufe nehmen und manchmal auch tödlich enden.

Typische Symptome eines TSS sind plötzliches Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel und insbesondere ein Blutdruckabfall sowie hohes Fieber und sonnenbrandähnlicher Hautausschlag. „Frauen, die während der Menstruation aus voller Gesundheit heraus plötzlich unter diesen Beschwerden leiden, sollten sofort den Tampon vorsorglich entfernen und unverzüglich einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen", rät der Gynäkologe. „Die Verwendung von Tampons ist grundsätzlich jedoch sehr sicher und die Wahrscheinlichkeit, durch diese Hygiene-Produkte ein TSS zu erleiden, äußerst gering."



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