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22.09.2006

Neue Therapie für Harninkontinenz

Von Medizinern aus Innsbruck kommt eine neue Therapie für Patienten mit Belastungs- oder Stressinkontinenz. Dabei werden Zellen des Oberarmmuskels verpflanzt. Unter Lokalnarkose wird ein kleines Stückchen Muskel aus dem Oberarm entnommen. Daraus können anschließend im Labor zwei verschiedene Zelltypen, Muskelvorläuferzellen und Bindegewebszellen, isoliert und vermehrt werden. Nach etwa sechs bis sieben Wochen ist dann eine ausreichende Anzahl an Zellen vorhanden, um sie wieder einzupflanzen. Die Muskelvorläuferzellen werden in den Schließmuskel gespritzt, wo sie sich zu Muskelfasern umbilden. Dadurch verbessert sich die Kontraktionsfähigkeit des Schließmuskels. Die Bindegewebszellen werden hingegen in die Schleimhaut der Harnröhre injiziert. Dort sollen sie bewirken, dass sich die Schleimhaut der Harnröhre regeneriert und ihre Funktion der Abdichtung wieder besser übernehmen kann.

93% der behandelten Frauen und 73% der Männer konnten bereits nach wenigen Wochen ihren Harndrang wieder kontrollieren und benötigten keine oder maximal eine Einlage. Auch vier Jahre nach der ersten Behandlung dieser Art, haben die Patienten keine Probleme mit Harninkontinenz. In Deutschland wird die Therapie bisher nur in München durchgeführt.


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