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14.07.2011

Hepatitis B sexuell übertragbar

Alle Hepatitis-Formen können auch sexuell übertragen werden - wenngleich mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit. Am häufigsten wird das Hepatitis B-Virus über diesen Weg weitergegeben. Deshalb sind von dieser Infektion besonders Jugendliche, junge Erwachsene und sexuell sehr aktive Menschen gefährdet. „Unter Umständen kann schon intensives Küssen zu einer Übertragung der Erreger führen, da die Viren in unterschiedlichen Konzentrationen in nahezu allen Körperflüssigkeiten vorkommen. Auch Sperma, weibliche Genital-Sekrete und Blut enthalten Hepatitis-Viren, die eine Ansteckung verursachen können. Die Eintrittspforten für die Viren sind meist kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut", berichtet Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). „Die konsequente Benutzung von Kondomen vermindert zwar das Ansteckungsrisiko, schließt aber eben nicht alle Übertragungswege aus."

Personen, die in Länder mit hoher Hepatitis-Verbreitung reisen und sexuelle Kontakte mit Einheimischen haben, sind besonders infektionsgefährdet. China, Südostasien, Zentral- und Südafrika sowie weite Teile Südamerikas haben eine Durchseuchungsrate der Bevölkerung von mehr als 8%. Zwischen 2 bis 7% der Bevölkerung sind in Nordafrika, Japan, Teilen Südamerikas aber auch in Teilen Ost und Südeuropas mit Hepatitis B infiziert. Weitere Infektionsmöglichkeiten mit dem Hepatitis-B-Virus bestehen beim Tätowieren oder Piercing sowie bei medizinischer Versorgung, wenn die Hygienevorkehrungen unzureichend sind.

Viele Infektionen werden unwissentlich weitergegeben, da die Ansteckung aufgrund der geringen Symptome oftmals nicht bemerkt wird. Nur etwa ein Drittel der Infizierten zeigt nach einer Inkubationszeit von ein bis sechs Monaten die klassischen Hepatitis-Symptome wie Gelbfärbung der Haut, dunklen Urin, Gliederschmerzen, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. In Deutschland sind schätzungsweise fast 500.000 Menschen chronische Hepatitis B-Träger, mindestens ein Drittel davon sind Kinder oder Erwachsene, welche die Infektion im Kindesalter erworben haben.

„Da es für einen Großteil der Erkrankten auch heute noch keine wirkungsvolle Therapie im Sinne einer Heilung gibt, ist es besonders wichtig, eine Infektion zu verhindern. Eine gezielte Prophylaxe der Hepatitis B ist nur durch die aktive Impfung effektiv möglich", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Hepatitis B-Impfung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie besonders gefährdete Erwachsene. Die Kosten werden bis zum 18. Geburtstag von den Krankenkassen übernommen. Erwachsene sollten sich bei ihrer Krankenkasse erkundigen, ob sie die Impfkosten trägt. Der BVF empfiehlt allen Frauen die Impfung.

Die Pressemeldung des BVF ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung freigegeben.
Bitte weisen Sie bei Verwendung im Printbereich auf das Informationsportal des BVF,
www.frauenaerzte-im-netz.de, hin. Bei Online-Veröffentlichung erbitten wir eine Verlinkung auf die Website.



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