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24.05.2011

Vaginaler Juckreiz kann Hauterkrankung als Ursache haben

Juckreiz im Genitalbereich muss keine Infektion zugrunde liegen, sondern er kann auch ein Anzeichen einer chronischen Hauterkrankung sein. „Juckreiz in der Vagina oder der Vulva sollte immer ärztlich abgeklärt werden, da neben Infektionen auch Hauterkrankungen oder Allergien die Auslöser sein können", rät Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. „Die häufigste Hauterkrankung an der Vulva ist ein so genanntes Lichen sclerosus, von der etwa 1% der Frauen betroffen sind. Die Erkrankung kann im Anfangsstadium noch gut behandelt werden und sollte daher möglichst früh diagnostiziert werden." Der Lichen sclerosus ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist und vermutlich zu den Autoimmunerkrankungen gehört.

Bei Frauen können Schamlippen, Klitoris oder Klitorisvorhaut, sowie die Bereiche um den Anus von der Erkrankung betroffen sein. Häufig treten die Hautveränderungen mit weißen, porzellanartigen Flecken in Form einer Acht um Anus und Genitalregion auf. „Neben Juckreiz kann sich auch ein Wundsein einstellen, was zu schmerzhaftem Wasserlassen und Stuhlgang führen kann. Beim Geschlechtsverkehr können kleine schmerzhafte Einrisse vorkommen", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt aus Hannover. „Manche Patientinnen sind auch völlig beschwerdefrei und die betroffenen Hautareale fallen erst bei der gynäkologischen Routineuntersuchung auf." Im weiteren Verlauf der Erkrankung ist eine Schrumpfung der betroffenen Strukturen möglich. Die Klitoris kann sich zurückbilden und die Körperöffnungen - der Harnröhrenausführungsgang, die Vagina und der Anus - können eingeengt werden und in ihrer Funktion beeinträchtigt sein.

Der Lichen sclerosus verläuft in Schüben. Wiederholte Therapien müssen an die jeweilige Krankheitsphase angepasst werden sowie an das Alter der Patientin und den Schweregrad der Erkrankung. „Behandlungsmöglichkeiten sind Kortisoncremes und andere entzündungshemmende Salben. Bei zusätzlichen bakteriellen oder pilzbedingten Infektionen kann zudem eine Therapie mit lokalen Antibiotika oder Antimykotika erforderlich sein", führt der Präsident des BVF aus. Eine Heilung der Erkrankung ist nicht möglich, eine Therapie sollte bei Beschwerden in jedem Fall erfolgen.

Die Pressemeldung des BVF ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung freigegeben. Bitte weisen Sie bei Verwendung im Printbereich auf das Informationsportal des BVF, www.frauenaerzte-im-netz.de, hin. Bei Online-Veröffentlichung erbitten wir eine Verlinkung auf die Website.



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