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10.05.2011

Schwangerschaft: Lippenherpes nicht auf Genitalbereich übertragen

Bei einer Lippenherpes-Erkrankung während der Schwangerschaft ist eine gute Sexualhygiene wichtig, um die Viren nicht auf den Intimbereich zu übertragen. „Grundsätzlich ist für Schwangere ein Herpes-Ausbruch an den Lippen nicht bedenklicher als für andere. Sie sollten die Viren jedoch nicht auf den Genitalbereich übertragen", rät Dr. Michael Wojcinski vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München. „Eine Ansteckung des ungeborenen Kindes mit Lippenherpes im Mutterleib ist zwar ausgeschlossen. Leidet eine Frau jedoch um den Geburtstermin unter Genitalherpes, muss das Kind mit Kaiserschnitt entbunden werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Andernfalls könnte das Neugeborene bei einer Infektion schwere Schädigungen erleiden." Beide Partner sollten daher  bei Lippenherpes auf oralen Sex verzichten, um keine Viren aus den Bläschen auf die Genitalien zu übertragen.

 „Erste Krankheitsanzeichen bei einer genitalen Herpesinfektion sind grippeähnliche Symptome sowie ein Gefühl von Brennen, Jucken und Schmerzen im Genital- oder Analbereich. Später können sich Bläschen bilden, welche äußerst ansteckende, mit dem Herpes-Virus kontaminierte Flüssigkeit enthalten", ergänzt der niedergelassene Frauenarzt aus Bielefeld. Schwangere sollten bei diesen ersten Anzeichen zum Arzt gehen, damit die Erkrankung rasch behandelt wird. Dasselbe gilt auch für ihre Partner.

Herpesinfektionen werden von zwei unterschiedlichen Herpesviren, dem Herpes-simplex-Virus 1 (HSV1) und dem Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2), hervorgerufen. Das HSV1 verursacht vor allem den Lippenherpes (Herpes labialis), kann jedoch auch auf den Genitalbereich übertragen werden. HSV2 ist der Haupterreger für Genitalherpes (Herpes genitalis).



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