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12.04.2011 Folate können aus Nahrung nur zur Hälfte aufgenommen werden
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen eine tägliche Aufnahme von 400 µg mit der Nahrung. Bei Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren erhöht sich der Bedarf noch weiter. Sie sollten im Vorfeld und in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft ausreichend hohe Folatspiegel aufweisen, um Entwicklungsstörungen beim Nachwuchs vorzubeugen. „Frauen mit Kinderwunsch und solche, die ungeplant schwanger werden könnten, sollten mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft täglich 400 µg Nahrungsfolat über das Essen aufnehmen und zusätzlich 400 µg synthetische Folsäure ergänzend zuführen", betont der niedergelassene Gynäkologe aus Hannover. „Während der Schwangerschaft wird dann die tägliche Aufnahme von 600 µg Nahrungsfolat über die Ernährung empfohlen. Zur Prophylaxe von Missbildungen und für die Deckung des Mehrbedarfs sollten außerdem 400 µg Folsäure in synthetischer Form - mindestens in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft - ergänzt werden." Folsäuremangel kann allgemein zu Blutarmut (Anämie) führen und die Regeneration von Schleimhäuten (Zungenbrennen, Entzündungen) beeinträchtigen. Ein Mangel an Folsäure während der Schwangerschaft kann schwerwiegende Konsequenzen haben und unter anderem zu sogenannten Neuralrohr-Defekten beim Kind führen. Darunter werden jene Fehlbildungen zusammengefasst (1-2/ 1000 Kinder), bei denen es in der Embryonalentwicklung zu einem unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs gekommen ist, wie beispielsweise ein offener Rücken (Spina bifida) und die Anencephalie (teilweises oder völliges Fehlen des Großhirns). Neuralrohr-Defekte können je nach Grad der Ausprägung zu unterschiedlichen starken Beeinträchtigungen bzw. Behinderungen führen. Auch Harnwegsdefekte (15/1000 Kinder) und Herzfehler (10/1000 Kinder) sowie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (2/1000 Kinder) werden auf einen Folsäure-Mangel während der Schwangerschaft zurückgeführt. Folsäuremangel wird ebenfalls mit Fehlgeburten in Verbindung gebracht. Die Pressemeldung des BVF ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung freigegeben. Weitere Meldungen zum Thema:
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Untersuchungen zu den Verzehrgewohnheiten in Deutschland deuten drauf hin, dass nur rund 20% der Bevölkerung die Folat-Zufuhrempfehlungen erreichen, die von internationalen Fachgesellschaften ausgegeben werden. „Ursachen dafür sind ungünstige Ernährungsgewohnheiten, da nur durch eine sehr sorgfältige Lebensmittelauswahl, -lagerung und vitaminschonende Zubereitung eine ausreichende Folatzufuhr über die normale Ernährung zu erreichen ist. Auch können nur etwa 50% der in der Nahrung enthaltenen Folate aufgrund ihres chemischen Aufbaus vom Körper aufgenommen werden. Rauchen, gesteigerter Alkoholkonsum und auch die Einnahme bestimmter Medikamente beeinträchtigen die Folatversorgung des Organismus zusätzlich", erklärt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. In bestimmten Lebensphasen ist es daher sinnvoll, zusätzlich zu Nahrungsfolaten auch synthetische Folsäure zu ergänzen. Synthetische Folsäure wurde 1946 zum ersten Mal künstlich hergestellt und kann zu 100% vom Körper aufgenommen werden.

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