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10.01.2011

Brustkrebs: Neue Materialien werden bei Brustrekonstruktion erprobt

Tierhaut und titanisierte Netze - Chirurgen setzen bei der Wiederherstellung der Brüste von Krebspatientinnen verstärkt auf neue Materialien. Mit Hilfe eines internetbasierten Implantat- und Netzregisters sollen die Erfahrungen der Ärzte mit dem neuen Material bei Brustkrebs-Operationen bundesweit gesammelt werden. Es gibt jedoch noch keine Langzeiterfahrung etwa bei der Verwendung von Schweinehaut für die Brustrekonstruktion, aber sehr interessante Ansätze, so Professor Wolfgang Janni, Leiter der Universitäts- Frauenklinik in Düsseldorf. Nach Ansicht der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für wiederherstellende Operationsverfahren in der Gynäkologie, Carolin Nestle-Krämling, haben neue Techniken und Materialien in den vergangenen zwei Jahren allerdings eine Wende bei Brust-Operationen herbeigeführt. Netze oder Schweinehaut könnten die Silikon-Implantate besser abdecken und die Sofortrekonstruktion einer Brust verbessern. Erwartet werden weniger Verhärtungen im Bereich des Implantats. Die Ärzte hofften auch, dass mit den neuen Techniken langfristig weniger Zweitoperationen notwendig werden.

Nur eine begrenzte Anzahl von Kliniken bundesweit hat nach Angaben der Ärzte Erfahrungen mit der seit zwei Jahren in Deutschland zugelassenen Schweinehaut. Ein Stück von 8 x 16 Zentimeter Größe koste 2500 Euro, sagte Janni. Die Kosten für die ultraleichten Titannetze lägen bei rund 400 Euro. Aber auch weitere Materialien zur Abdeckung von Brust-Implantaten werden nach Angaben von Nestle- Krämling bereits erprobt: Rinder-Embryonen.

Um die Qualität bei Brust-Operationen zu sichern, will die Arbeitsgemeinschaft mit bundesweit rund 300 Mitgliedern auch Leitlinien für die Rekonstruktion von Brüsten mit Eigengewebe der Frauen entwickeln. Eigengewebe wird zumeist aus dem Unterbauch entnommen. Bei schlankeren Frauen setzen die Chirurgen eher auf Implantate.

Brustkrebs ist mit rund 57 000 Neuerkrankungen und 18 000 Todesfällen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland.

Arbeitsgemeinschaft für wiederherstellende Operationsverfahren in der Gynäkologie: www.awogyn.com

Quelle: dpa



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