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Natürliche Familienplanung

Tipps für eine Schwangerschaft


Es ist normal, dass auch bei gesunden Paaren ein Zeitraum von 6 bis 9 Monaten vergeht, bis eine Schwangerschaft eintritt. Jede dritte Frau mit Kinderwunsch wartet jedoch länger als ein Jahr auf eine Schwangerschaft. Neben einem falschen Timing können auch Umwelteinflüsse die Fruchtbarkeit beider Partner vorübergehend beeinflussen.

Folgende Punkte sollen Ihnen helfen, sich rechtzeitig auf eine Schwangerschaft einzustimmen:

  • Stress vermeiden
    Bei einer geplanten Schwangerschaft sollte ein Paar darauf achten, körperlichen und seelischen Stress zu vermeiden, sich durch den eigenen Kinderwunsch nicht zu sehr unter Druck zu setzen und eine gesunde Lebensführung anzustreben. Stress fördert beispielsweise die Abgabe des Hormons Prolaktin ins Blut, das den weiblichen Zyklus beeinflusst oder die Samenproduktion hemmen kann. Eine zu hohe Belastung äußert sich in Nervosität und Erschöpfung. Bereits kleine Ruhepausen im Alltag, Entspannungstechniken oder ein Urlaub können manchen Paaren helfen, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen.
    Auch große körperliche Belastungen und intensiver Sport können eine Schwangerschaft verhindern. Wird das Pensum herabgesetzt, kann sich die Fruchtbarkeit normalisieren.

  • Auf eine gesunde Ernährung achten
    Eine einseitige Ernährung kann der Fruchtbarkeit schaden. Deswegen sollte bei Kinderwunsch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Ein Körperfettanteil von 29% gilt bei Frauen als günstig für eine Schwangerschaft. Zudem ist für eine Schwangerschaft auf eine vitaminreiche und folsäurereiche Ernährung zu achten. Besteht ein Kinderwunsch, sollte spätestens 1 Monat vor der geplanten Schwangerschaft damit begonnen werden, Folsäure-Präparate einzunehmen. Eine hohe Zufuhr an Folsäure ist wichtig, um Entwicklungsdefekte des Nervensystems beim Embryo zu verhindern. Bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung ist es kaum möglich, ausreichende Mengen an Folsäure zu sich zu nehmen.

  • Genussgifte meiden
    Genussgifte wie Alkohol, Nikotin - und Kaffeegenuss und alle Arten von Drogen können die Fruchtbarkeit herabsetzen. Ein übermäßiger Genuss sollte darum bei bestehendem Kinderwunsch vermieden werden.

  • Verhütung anpassen
    Paare, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Schwangerschaft anstreben sollten rechtzeitig daran denken, dass nach dem Absetzen bestimmter Verhütungsmittel einige Zeit vergehen kann, bis eine Schwangerschaft eintritt. Obwohl viele Frauen nach dem Absetzen der Pille sofort schwanger werden, kann es im Einzelfall auch einige Monate bis zu einem Jahr dauern, bis eine Schwangerschaft eintritt. Vor allem aber bei der 3-Monats-Spritze können nach dem Absetzen bis zu drei Jahre vergehen, bis sich der Zyklus normalisiert hat und eine Schwangerschaft möglich ist. Wird ein Verhütungsmittel vor dem geplanten Zeitpunkt abgesetzt, muss natürlich so lange auf andere Verhütungsmethoden (z. B. Kondome) zurückgegriffen werden.

  • Impfpass kontrollieren
    Wird eine Schwangerschaft angestrebt sollten Frauen kontrollieren lassen, ob alle notwendigen Impfungen vor allem die Rötelnimpfung, aktuell sind. Erkrankt die Frau während der Schwangerschaft an Röteln, können schwerwiegende Fehlbildungen des Kindes die Folge sein.

  • Ergänzende Folsäure-Einnahme
    Frauen mit Kinderwunsch sollten mit der zusätzlichen Einnahme von Folsäure beginnen - spätestens mit dem Absetzten der Pille. Folsäure spielt bei allen Zellneubildungs- bzw. Zellteilungsprozessen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle. Ein Mangel an Folsäure während der Schwangerschaft kann unter anderem zu sogenannten Neuralrohr-Defekten beim Kind führen. 

    Das Neuralrohr verschließt sich bereits in der vierten Schwangerschaftswoche und damit zu einem Zeitpunkt, wo viele Frauen erst feststellen, dass sie schwanger sind. Daher wird die prophylaktische Einnahme von Folsäure im Vorfeld der Schwangerschaft empfohlen - für Frauen mit Kinderwunsch und für Frauen, die ungeplant schwanger werden können. Sie sollten mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft täglich 400 µg Nahrungsfolat über das Essen aufnehmen und zusätzlich 400 µg synthetische Folsäure ergänzend zuführen. Während der Schwangerschaft wird dann die tägliche Aufnahme von 600 µg Nahrungsfolat über die Ernährung empfohlen. Zur Prophylaxe von Missbildungen und für die Deckung des Mehrbedarfs sollten außerdem 400 µg Folsäure in synthetischer Form - mindestens in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft - ergänzt werden.

    Neben Neuralrohr-Defekten werden auch Herzfehler, Harnwegsdefekte sowie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auf Folsäure-Mangel während der Embryonalentwicklung zurückgeführt. Durch eine Folsäure-Prophylaxe im Vorfeld der Schwangerschaft kann das Risiko für Neuralrohr-Defekte um etwa 70% gesenkt werden.

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