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Natürliche Familienplanung

Der weibliche Zyklus


Das Wissen um die fruchtbaren Tage einer Frau und die Lebensdauer der Spermien im weiblichen Körper sind die Grundlagen für die natürliche Familienplanung. Anhand bestimmter Körperzeichen kann eine Frau feststellen, in welcher Phase ihres Zyklus sie sich befindet und ob sie empfängnisbereit ist. Dafür sind vor allem drei Körpersignale von Bedeutung:

  • die Körpertemperatur
  • der Zervixschleim (Zervix = Gebärmutterhals)
  • die Beschaffenheit des Muttermundes

Diese verändern sich im Laufe des Zyklus und geben darüber Auskunft, ob die fruchtbaren Tage bereits begonnen haben oder nicht.

Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung und endet mit dem Tag vor dem Beginn der nächsten Blutung. Er dauert zwischen 21 und 35 Tagen, im Schnitt ist er 28 Tage lang. Man teilt den Zyklus in drei Phasen ein: Die Proliferationsphase vor dem Eisprung, die Ovulationsphase um den Eisprung herum und die Lutealphase nach dem Eisprung.

 

Die Proliferationsphase

In der Proliferationsphase wird der weibliche Körper auf eine Schwangerschaft vorbereitet: Nach der Regelblutung ist der Gebärmutterhals (Zervix) zunächst durch einen Schleimpfropf verschlossen, so dass er von Spermien nicht passiert werden kann. Die oberen Schichten der Gebärmutterschleimhaut werden nach der Abstoßung langsam durch die Wirkung von Östrogenen wieder erneuert (= Proliferation) und ein Botenstoff (FSH = Follikel stimulierendes Hormon) regt das Wachstum eines Eibläschens (Follikel) im Eierstock an. Das Eibläschen ist mit einer Flüssigkeit gefüllt und enthält eine Eizelle.

Während der Follikel heranwächst, nimmt die Flüssigkeitsmenge in seinem Inneren stark zu, so dass der Innendruck immer weiter ansteigt, bis das Ei „sprungbereit" ist. Gleichzeitig werden immer mehr weibliche Hormone (Östrogene) gebildet, die dafür sorgen, dass der Zervixschleim zunehmend flüssiger und somit für Spermien passierbar wird. Ein hoher Östrogenspiegel bewirkt schließlich die Freigabe des so genannten luteinisierenden Hormons (LH), das wiederum den Eisprung auslöst. Der Follikel platzt auf und gibt die Eizelle frei, die dann vom Eierstock in den Eileiter gespült und in Richtung Gebärmutter transportiert wird.

 

Die Ovulationsphase

Der Eisprung findet etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Regelblutung statt. Gleichzeitig öffnet sich der Muttermund ein wenig, so dass Spermien durch den Gebärmutterhals und die Gebärmutterhöhle in den Eileiter gelangen können. Die Spermien bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 4mm pro Minute weiter, so dass sie einige Stunden für diesen Weg benötigen. Die Eizelle bleibt nach dem Eisprung zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig.

 

Die Lutealphase

Aus dem Follikel, der nach dem Eisprung zurückbleibt, entwickelt sich der so genannte Gelbkörper. Er bildet das Hormon Progesteron, das eine verstärkte Sekretion der Drüsen in der Gebärmutterschleimhaut auslöst und den Umbau der Gebärmutterschleimhaut bewirkt. Damit beginnt die so genannte Luteal- oder Gelbkörperphase. Zur selben Zeit geht die Produktion des Östrogens zurück. Bei erfolgreicher Befruchtung, bleibt der Progesteronspiegel  nach der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter erhalten.

Ist das Ei im Eileiter hingegen nicht befruchtet worden, bildet sich der Gelbkörper innerhalb der nächsten zehn Tage zurück und stellt die Progesteronproduktion ein. Die oberen Schleimhautschichten lösen sich ab und die Regelblutung setzt ein. So beginnt der Zyklus von vorne.

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