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Myom

Auswirkungen & Komplikationen


Wie stark die Beschwerden sind, die ein Myom verursacht, hängt neben seiner Lage vor allem von seiner Wachstumsgeschwindigkeit ab. Diese wird durch weibliche Geschlechtshormone beeinflusst. Daher kann eine Schwangerschaft, die Einnahme der „Pille" oder eine Hormonersatztherapie Auswirkungen auf das Myomwachstum besitzen. Obwohl Myome meist nach dem 20. Lebensjahr zu wachsen beginnen, treten die meisten Symptome erst bei Frauen Ende 30 oder Mitte 40 auf.

Die Wachstumsgeschwindigkeit weist große Unterschiede auf, so dass Vorhersagen über den Verlauf nur sehr schwer getroffen werden können.

Ein Myom kann folgende Erkrankungen und Komplikationen verursachen:

  1. Blutarmut (Anämie)
  2. Komplikationen während einer Schwangerschaft
  3. Harnwegsinfektion und Nierenerkrankung
  4. Strukturveränderungen des Myoms
  5. Bösartiger Tumor
1. Blutarmut (Anämie)

Eine verstärkte Regelblutung mit hohem Blutverlust oder Dauerblutungen, die durch ein Myom ausgelöst werden, können zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Typische Kennzeichen einer solchen Erkrankung sind eine blasse Hautfarbe, Herzklopfen und Atemnot bei Belastung, sowie Schwindel und Kopfschmerzen. Die Betroffenen haben Konzentrationsschwierigkeiten, fühlen sich schwach und ermüden leicht. Diese Beschwerden entstehen durch einen Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dieser kann durch einen hohen Blutverlust bedingt sein, durch ein frühzeitiges Absterben der roten Blutkörperchen (Hämolyse) oder durch eine verminderte Blutkörper-Produktion. Da die roten Blutkörperchen den Körper mit Sauerstoff versorgen, führt ein Mangel zu einer Unterversorgung von Geweben und Organen.

Eine Anämie macht sich vor allem bei körperlicher Anstrengung bemerkbar. Zur Diagnose ist eine Blutuntersuchung nötig. Bei der Beurteilung des Schweregrades einer Anämie orientiert sich der Arzt in erster Linie am Hämoglobingehalt des Blutes. Für Frauen liegt der Normalwert bei 12 bis 16 Gramm pro Deziliter beziehungsweise 7,4 Millimol pro Liter.

In Europa ist die Eisenmangel-Anämie am weitesten verbreitet. Dabei kommt es neben den Symptomen einer Anämie zusätzlich zu einer Rückbildung der Schleimhäute, eingerissenen Mundwinkeln, brüchigen Haaren und Nägeln, verminderter Leistungs- und Lernfähigkeit, Kälte-Überempfindlichkeit sowie einer verminderter Resistenz gegenüber Infekten.

2. Komplikationen in der Schwangerschaft

Es ist nicht die Regel, dass Myome in der Schwangerschaft Probleme verursachen. Sie können aber durch ihre Lage und Größe zu Komplikationen führen. Kleinere Myome werden während einer Schwangerschaft oft schnell größer, da das erhöhte Vorkommen des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen ihr Wachstum beschleunigt.

Ab einer bestimmten Größe können Myome für vorzeitig auftretende Wehen verantwortlich sein und Lageanomalien des Kindes wie die Steißlage hervorrufen. Dehnt ein Myom das Bauchfell oder kommt es bei einem auf der Bauchseite liegenden Myom (subseröses Myom) zu einer Stieldrehung, kann dies große Schmerzen auslösen. Befindet sich ein Myom am unteren Ende der Gebärmutter, ist eine Blockade des Geburtskanals möglich, so dass ein Kaiserschnitt erforderlich wird. In manchen Fällen werden Myome auch erst während der Schwangerschaft nach unten gedrängt und erschweren die Geburt.

Liegt das Myom direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submuköses Myom) oder in der Gebärmutterhöhle, kann es zu Störungen bei der Einnistung eines Embryos kommen. Die Folge kann eine Eileiterschwangerschaft oder eine Fehlgeburt sein. Studien belegen, dass bei Myompatientinnen die Fehl- und Frühgeburtsrate erhöht ist. Auch die Fruchtbar­keit kann beeinträchtigt werden, wenn ein Myom den Eileiter blockiert. Kinder­losigkeit kann dann die Folge sein. Myome sollten aber nicht leichtfertig als Ursache für Unfruchtbarkeit angenommen werden.

Verläuft die Geburt normal, ist die Ablösung der Plazenta bei großen Myomen in der Gebärmuttermuskelschicht (intramurales Myom) häufig verzögert und mit einem hohen Blutverlust verbunden. Im Wochenbett bilden sich Myome häufig auf ihre Ausgangsgröße zurück.

3. Harnwegsinfektion und Nierenerkrankung

Große Myome, welche die Harnwege verlegen, verursachen gelegentlich Harnwegsinfektionen. Eine dauerhafte Harnleiterverengung durch ein Myom kann zu einer Schädigung der Nieren führen.

Die Nieren erfüllen für den Körper eine wichtige Filterfunktion - sie reinigen das Blut von "Abfallprodukten" des Körpers, die anschließend über den Urin ausgeschieden werden. Die Symptome einer fortgeschrittenen Nierenschädigung machen sich erst nach einigen Jahren bemerkbar. Dazu gehören beispielsweise Juckreiz, eine veränderte Hautfarbe, Leistungsschwäche, Kopfschmerzen, Blutarmut (Anämie), Gewichtszunahme, Bluthochdruck und vermehrte Wassereinlagerung in den Beinen (Ödeme).

4. Strukturveränderungen des Myoms

Akute Komplikationen sind das Abreißen eines gestielten Myoms oder Stieldrehungen, die starke Schmerzen verursachen können. Wird die Blutzufuhr des Myoms abgeschnitten, sterben die Zellen aufgrund von Sauerstoffmangel ab (Nekrose). Der Vorgang tritt vor allem bei gestielten Myomen auf oder wenn eine große Anzahl an Myomen die Blutversorgung der einzelnen Wucherungen vermindert. Auch die Nekrose ist für die Patientin oft sehr schmerzhaft.

Myome können in dreißig Prozent der Fälle ihre Struktur verändern, z. B. durch Einblutungen oder Kalkeinlagerungen. Diese Veränderungen können entstehen, wenn die Blutzufuhr des Myoms nicht vollständig unterbunden, sondern nur beeinträchtigt ist (Ischämie = Unterversorgung eines Gewebes mit Blut). Häufig ist eine Gewebeveränderung, die eine weichere Konsistenz des Myoms zur Folge hat. Typisch ist auch die Ausbildung von Hohlräumen (Zysten), die gelatineartiges Material enthalten. Gefährlich werden kann eine Entzündung und Vereiterung oberflächlich gelegener Myome durch eingeschleppte Keime. In seltenen Fällen kann es dadurch zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

5. Bösartiger Tumor (Sarkom)

Früher nahm man an, dass sich aus gutartigen Myomen in seltenen Fällen bösartige Tumore, so genannte Sarkome entwickeln können. Neuere genetische Untersuchungen machen es unwahrscheinlich, dass diese Tumore aus vorbestehenden gutartigen Tumoren hervorgehen. Vielmehr scheinen sie unabhängig von möglicherweise vorhandenen Myomen zu entstehen. Sie treten etwa in einem von 1000 Fällen auf. Es ist jedoch nicht immer möglich, ein gutartiges Myom ohne chirurgischen Eingriff von einem Sarkom zu unterscheiden.

Ein Sarkom unterscheidet sich von einem Myom vor allem dadurch, dass es auf umliegende Gewebe übersiedelt (Infiltration) oder über das Lymphsystem oder den Blutkreislauf in entferntere Gewebe gelangt (Metastasenbildung). Durch sein starkes Wachstum beeinflusst ein Sarkom die Funktion gesunder Organe. Die Aussicht auf eine Heilung hängt stark vom Stadium der Erkrankung ab.

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