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Menstruationsstörungen

Polymenorrhoe - Verkürzung des Regelintervalls


Allgemeines

Ist der Abstand zwischen zwei Blutungen kürzer als 25 Tage, spricht man von einer Polymenorrhoe. Die Verkürzung des Regelintervalls kann verschiedene Ursachen haben: Entweder verläuft die Follikelphase oder die Gelbkörperphase oder beide Phasen verkürzt. Es ist aber auch möglich, dass keine komplette Eizellreifung mit nachfolgendem Eisprung stattfindet. Dafür können diverse hormonelle Störungen verantwortlich sein.

Ursachen

Die Polymenorrhoe tritt häufig kurz nach der ersten Regelblutung (Menarche) oder vor den Wechseljahren auf, da sich zu diesem Zeitpunkt das hormonelle System in einer Umgestaltungsphase befindet. Aber auch Stresssituationen sowie starke physische und psychische Belastungen können eine Polymenorrhoe auslösen.

Erkennung

Zunächst wird der Arzt in einem Gespräch die Krankengeschichte erfragen. So kann er möglicherweise schon Hinweise auf die Ursache bekommen. Anschließend wird eine frauenärztliche Inspektion und Tastuntersuchung von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken durchgeführt, meist ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung. Zur Diagnostik gehören darüber hinaus Bluttests, mit denen sich Hormonstörungen und andere Erkrankungen feststellen lassen. Dabei wird auch der Eisenspiegel (Serumferritin) bestimmt, da durch die häufiger auftretenden Blutungen eine Eisenmangelanämie auftreten kann. Möglicherweise ist es sinnvoll, über einen bis mehrere Zyklen die Basaltemperatur, also die Körpertemperatur kurz nach dem Aufwachen aber noch vor dem Aufstehen zu messen. Daran kann man sehen, ob und wann ein Eisprung stattfindet und ob der Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte vorzeitig verkümmert. Außerdem ist das Führen eines Menstruationskalenders sinnvoll, in den eingetragen wird, in welchem Abstand und in welcher Stärke die Regelblutungen auftreten. Einen Menstruationskalender können Sie sich hier herunterladen.

Therapie

Die Wahl der Therapie ist abhängig von der Ursache und der Lebenssituation der Patientin. Bei Frauen, die keinen Kinderwunsch haben, kann ein hormonelles Verhütungsmittel („Pille") die Beschwerden lindern und den Zyklus verlängern. Können hormonelle Methoden nicht eingesetzt werden, so ist auch der Einsatz von pflanzlichen Mittel, wie beispielsweise Mönchspfeffer, möglich. Diese Pflanze soll eine regulierende Wirkung auf den Zyklus haben.

Hat die Untersuchung ergeben, dass die Gelbkörperphase verkürzt ist, haben Gestagene (ab dem 12. Zyklustag) eine zyklusverlängernde Wirkung.

Oftmals ist aber auch gar keine medikamentöse Therapie notwendig und der Zyklus reguliert sich von selbst wieder. Besonders wenn auslösende Faktoren wie Stress wegfallen. Eine gesunde Lebensführung kann ebenso dazu beitragen, den Hormonhaushalt wieder in sein Gleichgewicht zu bringen.

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