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Menstruationsstörungen

Oligomenorrhoe - Verlängerung des Regelintervalls


Allgemeines

Beträgt der Abstand zwischen zwei Blutungen mehr als 35, aber weniger als 45 Tage, liegt eine Oligomenorrhoe vor. Sie gehört zu den häufigsten Blutungsstörungen. Und tritt vor allem in der Zeit nach der ersten Regelblutung (Menarche) und vor den Wechseljahren auf, da zu beiden Zeitpunkten eine Veränderung im Hormonsystem stattfindet.

Die Verlängerung des Regelintervalls resultiert aus einer Verzögerung der ersten Hälfte des Zyklus

Ursachen

Neben den natürlichen Veränderungen während der Wechseljahre oder kurz nach der Menarche, können hormonelle Störungen für diese Verzögerung verantwortlich sein. Wie auch im Fall der Amenorrhoe sind sehr verschiedene Gründe für eine Oligomenorrhoe denkbar:

  • Störungen der Eierstockfunktion
  • Fehlstimulierung des Eierstocks, die z. B. zur Bildung zahlreicher kleiner Zysten führt (polyzystische Ovarien)
  • Hormonelle Erkrankungen wie ein Überschuss an männlichen Hormonen (adrenogenitales Syndrom) oder dem Hormon Prolaktin
  • Verschiedene Tumoren (Gebärmutterkrebs, Scheidenkrebs)
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen (sowohl Überfunktion als auch Unterfunktion)
  • Magersucht (Anorexie)
  • Psychische Gründe, bedingt durch äußere Ausnahmezustände, z. B. Stress, oder schwerwiegende seelische Probleme
  • Leistungssport

Krankheitsbild

Außer der seltenen Regelblutung können bei einer Oligomenorrhoe noch Symptome auftreten, welche auf die zu Grunde liegende Krankheit zurück zu führen sind. Bei dem polyzystischen Ovarien-Syndrom beispielsweise tritt häufig auch Übergewicht und - auf Grund der erhöhten Konzentration des männlichen Geschlechtshormons Testosteron - starke Körperbehaarung auf. Ist ein erhöhter Prolaktin-Spiegel die Ursache für die Zyklusstörung, wird häufig eine milchige Flüssigkeit aus den Brüsten abgesondert.

Erkennung

Zunächst wird der Arzt in einem Gespräch die Krankengeschichte erfragen. So kann er möglicherweise schon Hinweise auf die Ursache bekommen. Anschließend wird eine frauenärztliche Inspektion und Tastuntersuchung von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken durchgeführt, meist ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung. Zur Diagnostik gehören darüber hinaus Bluttests, mit denen sich Hormonstörungen und andere Erkrankungen feststellen lassen. Möglicherweise ist es sinnvoll, über einen bis mehrere Zyklen die Basaltemperatur, also die Körpertemperatur kurz nach dem Aufwachen aber noch vor dem Aufstehen zu messen und die Häufigkeit von Regelblutungen in einem Menstruationskalender zu dokumentieren. Daran kann man sehen, ob und wann ein Eisprung stattfindet und somit können Rückschlüsse auf die Funktion der Eierstöcke gezogen werden.

Therapie

Abhängig von der zu Grunde liegenden Erkrankung wird eine Therapie notwendig oder nicht. Beim polyzystischen Ovarien-Syndrom (PCOS) erfolgt bei Kinderwunsch eine hormonelle Therapie, bei Störungen der Schilddrüsenfunktion wird versucht, diese medikamentös zu normalisieren. Bei einer Magersucht erfolgt eine individuell abgestimmte Aufbautherapie, eventuell zusammen mit einer Psychotherapie. Ist der Auslöser für die Oligomenorrhoe ein Tumor, so wird dieser behandelt.

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