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Menstruationsstörungen

Metrorrhagie - azyklische Blutungen


Allgemeines

In der Medizin spricht man von Metrorrhagien, wenn Blutungen der Gebärmutter außerhalb des normalen Menstruationszyklus (azyklisch) auftreten. Solche Blutungen, die unter Umständen auch längerfristig vorliegen können (Dauerblutungen), weisen auf Zyklusstörungen hin, die verschiedene Ursachen haben können.

Ursachen

Auch hier gibt es eine Reihe organischer Erkrankungen, die als Ursachen in Frage kommen können: Gebärmutterentzündung, Myome, Polypen, Gebärmutter-  oder Scheidenkrebs.

Erst wenn organische Erkrankungen ausgeschlossen sind, können hormonelle Störungen angenommen werden. So kann beispielsweise eine Gelbkörperschwäche Minimalblutungen zwei bis drei Tage vor der eigentlichen Regelblutung verursachen. Auch im Anschluss an die Regelblutung oder ein bis zwei Tage nach deren Ende können Minimalblutungen auftreten, die häufig auf einer verzögerten Regeneration der Gebärmutterschleimhaut beruhen. Auch zur Zeit des Eisprungs kann es durch das plötzliche Absinken des Östrogenspiegels zu Blutungen kommen.

Erkennung

Zunächst wird der Arzt in einem Gespräch die Krankengeschichte erfragen. Detaillierte Informationen über den Verlauf der Blutungen während des Zyklus sind für den Arzt von Bedeutung. In der Regel wird zusätzlich zur frauenärztlichen Untersuchung auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Möglicherweise ist es sinnvoll, über einen bis mehrere Zyklen die Basaltemperatur, also die Körpertemperatur kurz nach dem Aufwachen aber noch vor dem Aufstehen zu messen. Daran kann man sehen, ob und wann ein Eisprung stattfindet und somit können Rückschlüsse auf die Funktion der Eierstöcke gezogen werden. Außerdem ist das Führen eines Menstruationskalenders sinnvoll, in dem der Abstand und die Stärke der Regelblutung dokumentiert wird. Einen Menstruationskalender können Sie hier herunterladen.

In schwereren Fällen muss zur Abklärung eine Kürettage (Ausschabung der Gebärmutter) und eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) vorgenommen werden.

Therapie

Die Therapie wird nach der Ursache der Zusatzblutungen ausgewählt.

Liegen Myome vor, so müssen diese entsprechen therapiert werden. Für Metrorrhagien, die durch hormonelle Störungen bedingt sind, kommen folgende Therapiemöglichkeiten - abhängig vom Alter und Bedürfnis der Patientin - in Frage:

  • Hormonelles Verhütungsmittel („Pille")
    Auf Grund der Wirkung der hormonellen Komponenten in den hormonellen Verhütungsmitteln können die Zusatzblutungen aufhören.
  • Gestagentherapie
    Bei der Gestagentherapie wird nur in der zweiten Zyklushälfte ein Gestagenpräparat eingenommen, um die Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut zu gewährleisten.
  • Verödung der Gebärmutterschleimhaut
    Bei Frauen mit abgeschlossener Kinderplanung kann - bei anders nicht behandelbarer Metrorrhagie - eine Verödung der Gebärmutterschleimhaut vorgenommen werden. Danach findet gar keine Blutung mehr statt, die Frau kann aber auch nicht mehr schwanger werden.

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