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Magersucht

Ursachen


Eine Magersucht, auch psychische Appetitlosigkeit genannt, wird meistens durch mehrere Faktoren ausgelöst. Zum einen scheint bei den Betroffenen eine gewisse genetische Veranlagung vorzuliegen: Kinder aus Familien, in denen bereits Ess-Störungen, depressive Erkrankungen oder Zwangsstörungen aufgetreten sind, leiden häufiger unter Magersucht. Fachleute diskutieren außerdem eine Fehlfunktion der Hormone Leptin und Serotonin im Stoffwechsel als Mitursache. Auffällig ist, dass Magersüchtige häufig mit Komplikationen oder viel zu früh geboren wurden.

Die meisten Magersüchtigen sind von ihrer Persönlichkeit her wenig selbstbewusst und haben ein großes Harmoniebedürfnis. Die jungen Menschen verhalten sich oft sehr angepasst, bemühen sich, es anderen recht zu machen und gehen Konflikten aus dem Weg. Gleichzeitig werden sie als beharrlich, zäh, perfektionistisch und introvertiert beschrieben.

Magersucht beginnt häufig in der Pubertät und hat vermutlich damit zu tun, dass die Heranwachsenden ihren Körper und ihre zukünftige Rolle ablehnen. Sie kommen mit den körperlichen Veränderungen nicht zurecht, und durch das Hungern wirken vor allem die Mädchen ihnen unbewusst entgegen. Ihre Brüste bilden sich kaum, ihre Figur bleibt mädchenhaft und ab einem bestimmten Untergewicht setzt sogar die Menstruation aus (sekundäre Amenorrhoe).

Psychische Belastungen durch ungelöste Konflikte oder einschneidende negative Erlebnisse aber auch ein einengender Erziehungsstil, Störungen in der Eltern-Kind-Beziehung und ein hoher Erfolgsdruck, können den Anstoß zur Magersucht geben. Zuerst mögen die Betroffenen lediglich dem gesellschaftlichen Schönheitsideal nachstreben und durch eine normale Diät ein paar Pfunde verlieren. Doch dann kommt eine krankhafte Komponente hinzu: Magersüchtige üben mit dem Hungern Macht über ihren eigenen Körper aus. Dadurch steigt ihr Selbstbewusstsein und sie fühlen sich besser.

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