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Kosmetische & ästhetische Korrekturen

Definition


Unter kosmetischen Korrekturen oder Schönheitsoperationen versteht man Eingriffe, die aus medizinischer Sicht nicht notwendig, vom Patienten aber gewünscht sind. Darunter fallen neben Brustvergrößerungen und Brustverkleinerungen auch Eingriffe wie Fettabsaugen, Entfernung von medizinisch unbedenklichen Muttermalen, die Behandlung von Falten und Narben und ähnlichem. Von einer ästhetische Korrektur spricht man, wenn bei einem Eingriff - unabhängig davon ob er aus medizinischer Sicht notwendig ist oder nicht - darauf geachtet wird, ein äußerlich möglichst schönes Ergebnis zu erzielen. Unter die ästhetischen Gesichtspunkte fällt zum Beispiel die Schnittführung bei einer Operation. Nach Möglichkeit soll sie so gewählt werden, dass die entstehenden Narben eher klein werden oder in Körperregionen entstehen, wo sie nicht auffallen. Beispielsweise wird bei der Kaiserschnittentbindung der Schnitt nicht mehr vom Bauchnabel abwärts zum Schambein geführt, sondern horizontal im Schamhaarbereich, damit beim Tragen eines Bikinis keine große Narbe auffällt.

Zahl der kosmetischen Operationen steigt stetig

Kosmetische Operationen wie Fettabsaugung, Brustvergrößerungen und ‑verkleinerungen werden immer beliebter. Rund 20.000 Brustvergrößerungen und 10.000 Brustverkleinerungen werden jedes Jahr in Deutschland durchgeführt, ihre Zahl nimmt stetig um 10 bis 15% zu. Solche Schönheitsoperationen finden auf Wunsch von Frauen statt, die ihren Körper nach eigenen Vorstellungen formen und gestalten wollen oder die nach einer Operation oder Verletzung wieder einen bestimmten Zustand herstellen möchten. Ebenso wie bei jeder anderen Operation, ist auch eine Schönheitsoperation mit bestimmten Risiken und Komplikationsmöglichkeiten behaftet. Der Arzt ist dazu verpflichtet, Sie darüber genau aufzuklären. Sie sollten bedenken, dass es sich um einen Eingriff an einem gesunden Körper handelt, und abwägen, ob eine Operation die einzige oder beste Behandlungsform darstellt. Um beispielsweise Fettpolstern auf den Leib zu rücken, ist eine Umstellung der Ernährung und Sport schonender und risikoärmer als die Fettabsaugung.

Arzt sorgfältig auswählen

Seit 2005 ist der „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" ein anerkannter Facharzttitel. „Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie" verfügen über eine mindestens sechsjährige Weiterbildungsphase auf dem Gebiet der ästhetischen Chirurgie. Im Ausbildungskatalog der Plastischen und Ästhetischen Chirurgen werden mindestens 200 Eingriffe (= Operationen) gefordert, bevor der Kandidat sich zur Facharztprüfung anmelden kann.

Demgegenüber ist der Begriff „Schönheitschirurg" nicht gesetzlich geschützt und er gibt daher keinen Hinweis auf die Ausbildung und die Qualifikation eines Arztes. Bei der Suche nach einem qualifizierten Arzt für einen ästhetisch-plastischen Eingriff sollte daher die Facharztbezeichnung „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" als staatlich geprüftes und vertrauenswürdiges Qualitätsmerkmal berücksichtigt werden.

Diese Fachärzte sind in der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgen (DGPRAEC): www.dgpraec.de organisiert.

Erfahrene Brustoperateure findet man über die Homepages der großen wissenschaftlichen Fachgesellschaften: Bei der AWOgyn (Arbeitsgemeinschaft für ästhetische, plastische und wiederherstellende Operationsverfahren in der Gynäkologie e.V.), einer Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, und auch bei der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie.  

In den von der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifizierten Brustzentren sind ebenfalls Plastische und Ästhetische Chirurgen integriert. Über die Brutzentren ist es daher in der Regel auch möglich, an erfahrene Ästhetische Chirurgen zu gelangen.

Bei der Wahl eines Arztes sollten Sie allgemein auf folgende Kriterien achten:

  • Mitglied einer Fachgesellschaft und Facharztbezeichnung
    Korrekturen an den Brüsten sollte beispielsweise kein fachfremder Mediziner durchführen.
  • OP-Erfahrung
    Der Arzt sollte mindestens über eine 5-jährige operative klinische Tätigkeit verfügen, am besten an großen deutschen Kliniken.
  • Seriöses Auftreten
    Der Arzt sollte sich für Ihre Beweggründe interessieren und auch bei unrealistischen Wünschen abraten. Auch sollte es der Patientin erlaubt sein, beim Erstgespräch eine Vertrauensperson mitzubringen. Wird das abgelehnt, spricht das nicht für einen seriösen Arzt. Außerdem sollte er Sie ausführlich über die Risiken des Eingriffs informieren. Das Zustandekommen der Kosten sollte nachvollziehbar sein und der Arzt sollte eine Risiko-Versicherung besitzen.

Kosten 

Da für kosmetische Operationen meist keine medizinische Notwendigkeit besteht, werden die Kosten von den Krankenkassen nicht erstattet. Eine seltene Ausnahme kann eine Brustverkleinerung sein, wenn große Brüste nachhaltige Beschwerden wie Rücken- oder Kopfschmerzen oder eine mit herkömmlichen Mitteln nicht heilbare Hauterkrankung in der Brustumschlagfalte verursachen. Muss die Patientin die Kosten für die Schönheitsoperation selbst tragen, so fällt die Durchführung unter die so genannten „Individuellen Gesundheitsleistungen" (IGeL).

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