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Hepatitis

Übertragung


Hepatitis A

Hepatitis A wird durch das stabile Hepatitis-Virus A verursacht. Dieses Virus infiziert ausschließlich die Leberzellen. Dort wird es vermehrt und über den Darm ausgeschieden. So erklärt es sich auch, dass die Übertragung des Virus fäkal-oral erfolgt. D. h. eine Ansteckung erfolgt entweder durch den Kontakt zu Fäkalien (gemeinsam benutzte Toiletten, ungewaschene Hände) bei engem Personenkontakt oder durch mit verunreinigtem Wasser in Kontakt gekommene Lebensmittel, wie beispielsweise kontaminiertes Trinkwasser (Eiswürfel etc.) oder Früchte und Salate, die mit diesem Wasser gewaschen wurden. Außerdem kann der Verzehr von Austern und Muscheln gefährlich sein, sofern die Schalentiere aus verseuchtem Gewässer kommen.

Infizierte Personen scheiden Hepatitis A-Viren bereits ca. 1 bis 2 Wochen vor dem Einsetzen der Krankheitssymptome aus und können so andere Personen leicht anstecken. Kinder erkranken häufig ohne die herkömmlichen Krankheitsanzeichen und stellen damit oft über lange Zeit eine unentdeckte Infektionsquelle dar.

Erkrankt eine schwangere Frau an Hepatitis, kann das Kind im Mutterleib angesteckt werden. Negative Folgen für das Ungeborene sind bisher nicht beobachtet worden.

Die durchgemachte Hepatitis A-Infektion schützt lebenslang vor dem Virus.

Hepatitis B

KrankheitserregerDas Hepatitis B verursachende Virus ist recht beständig gegenüber Umwelteinflüssen und herkömmlichen Desinfektionsmitteln. Es erreicht insbesondere im Blut eines Menschen eine hohe Konzentration und kann daher durch winzige Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute übertragen werden. Auch andere Körperflüssigkeiten, wie z. B. Speichel, Tränenflüssigkeit, Muttermilch oder Sperma, können für eine Übertragung verantwortlich sein. Das Hepatitis B-Virus ist hoch ansteckend und eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt.

Etwa 60 bis 70% der Neuerkrankungen in Deutschland erfolgen über Sexualkontakte. Einen hohen Anteil an akuter Hepatitis B Erkrankter findet man daher unter jungen Erwachsenen.

Weitere Risikogruppen und Risikofaktoren sind:

  • Drogenabhängigkeit, vor allem durch die Mehrfachnutzung von verunreinigten Spritzen oder anderem Drogenbesteck.
  • Ärzte und Pflege- und medizinisches Personal, das Kontakt zu möglicherweise infizierten Patienten oder Blutprodukten hat.
  • Dialysepatienten
  • Tätowierungen, Ohrlochstechen und Piercings, sofern die Hygienevorkehrungen bei der Durchführung unzureichend sind.

Doch bereits Rangeleien zwischen Schülern auf dem Schulhof oder Haushaltskontakte wie z. B. das Benutzen einer gemeinsamen Zahnbürste oder Nagelschere können für eine Ansteckung ausreichen.

In den Industrienationen besteht für die Übertragung des Virus bei Blut- oder Plasma-Spenden auf Grund hoher Sicherheits- und Teststandards nur noch ein sehr geringes Restrisiko. Allerdings sind medizinische Eingriffe bei Reisen in Entwicklungsländer potenziell gefährdend.

Ein ungeborenes Kind kann im Mutterleib mit den Viren infiziert werden. Um das zu verhindern, wird während der Schwangerschaft regelmäßig untersucht, ob die Schwangere Viren ausscheidet. Wird ein Kind bei der Geburt mit Hepatitis B-Viren angesteckt, kann eine frühzeitige Impfung helfen, schwere Folgen, möglicherweise mit dem Tod des Kindes, zu verhindern.

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