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Häufige Fragen

Haut & Haare


Mein Bauch juckt mich ständig - ist das normal?

Ja, daran leiden viele Schwangere, vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Grund sind einerseits die Hormone, andererseits die starke Dehnung der Haut am Bauch. Man kann durch regelmäßiges Eincremen - besonders bei trockener Haut - versuchen, die Beschwerden zu lindern. Außerdem hilft bequeme, nicht zu eng anliegende Kleidung, fettarme Ernährung, das Trinken von Pfefferminz- oder evtl. Schafgarbetee (aber Achtung, wehenanregend! Besser erst nach der 36. Woche), der Verzicht auf Seife (Austrocknungsgefahr) und harnsäurehaltige Cremes nach dem Waschen (Rückfettung). Sie können auch Tannin- oder Ichthyolhaltige Cremes oder Mentholsalbe ausprobieren.

Oder baden Sie mit Zusätzen von Meersalz, Kieselerde, Natron, Maisstärke, Molke oder Kleie oder mit einem Ölbad. Schwimmen kann helfen, die Haut zu beruhigen. Vermeiden sie das Abbürsten der Haut, das verstärkt die Reizung der Haut.

Kann ich Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?

Man kann vorbeugende Maßnahmen ergreifen, sicher verhindern kann man die Streifen, die durch Überdehnung und Reißen des Gewebes entstehen, nicht. Versuchen Sie es so:

Täglich - am besten auf leicht feuchter Haut (nach dem Duschen) - mit Öl einmassieren. Bewährt haben sich milde Öle wie Mandelöl, Jojobaöl, Weizenkeimöl (reich an hautfreundlichem Vitamin E). Sie könne auch nach der Ölmassage kalt duschen, das verstärkt den straffenden Effekt und kurbelt zusätzlich den Kreislauf an.

Eine bestimmte Technik, die so genannte Zupfmassage kann helfen, das Bindegewebe zu lockern. Lassen Sie es sich von Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme am besten einmal zeigen. Kurz vor der Geburt (letzte 2 Wochen) sollte man nicht mehr allzu kräftig massieren, da das wehenauslösend sein kann.

Nehmen Sie Vitamin E zu sich, es befindet sich in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Nüssen, Getreidekeimen, Samen, und Ölen (z. B. Weizenkeim-, Sonnenblumen- oder Walnussöl) und in vielen Gemüsesorten (z. B. Paprika, Fenchel, Schwarzwurzel, Sojabohnen) und einigen Obstsorten.

Vermeiden Sie eine zu starke Gewichtszunahme, die das Gewebe zusätzlich zur wachsenden Gebärmutter und der Hormonbedingten Wasser- und Fetteinlagerung beanspruchen würde.

Ich möchte meine Haare färben oder evtl. eine Dauerwelle machen lassen. Ist das unbedenklich?

Alle in Deutschland zugelassenen Präparate zum Färben und Tönen der Kopfhaare sollten den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und sollten aus toxikologischer Sicht keine Gefahr für Schwangere oder für ungeborene Babys darstellen, ebenso auch nicht für schwangere Friseurinnen. Sie sind weder krebserzeugend noch verändern sie das Erbgut. Färbemittel, die in Zusammenhang mit einer erhöhten Krebsrate bei Friseurinnen und Friseuren in Verbindung gebracht wurden, sind seit Jahrzehnten verboten.
 
Pflanzliche Färbemittel sind in gesundheitlicher Hinsicht keine Alternative, weil sie teilweise ebenfalls schädliche Inhaltsstoffe und außerdem auch ungeprüfte Substanzen enthalten können, über deren Risiko keine Aussage möglich ist.

Frauen, das Risiko eingrenzen wollen, dass ihre Haut in Kontakt mit den Farbstoffen kommt, können sich Strähnchen machen lassen, denn dabei ist der Kontakt zwischen Kopfhaut und Farb- und anderen Inhaltsstoffen der Tönung bzw. Färbung minimal.

Wenn eine Frau zu Allergien neigt, sollte sie in der Schwangerschaft keine neuen Haarfärbe- und -tönungsmittel ausprobieren, sondern bei den Präparaten bleiben, die ihr Immunsystem kennt und toleriert.

Natürlich sollte auch auf die Hinweise des Herstellers auf der Packung oder auf seiner Homepage geachtet werden und gegebenenfalls auch direkt per E-Mail beim Hersteller nachgefragt werden, ob bereits untersucht wurde, ob die Färbe- und Tönungsprodukte der Firma schädigende Einflüsse auf Schwangerschaft und Embryo haben können.

Gegen Dauerwelle spricht im gesundheitlichen Zusammenhang nichts. Allerdings kann es ein, dass die Haare in der Schwangerschaft anders darauf reagieren, als gewohnt.

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