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Wie schütze ich mich vor Lebensmittelinfektionen?
Neue Empfehlungen zum Schutz vor Listeriose und Toxoplasmose

Schwangeren wird empfohlen, sich besonders gut vor Lebensmittelinfektionen zu schützen, denn bestimmte Erkrankungen können ihrem ungeborenen Kind schaden. Deshalb sollten werdende Mütter vorsichtshalber auf rohes Fleisch und Rohwürste, weiche Käsesorten und geräucherte Fischereierzeugnisse wie Räucherlachs verzichten, denn in diesen Lebensmitteln können gelegentlich Toxoplasmen bzw. krankmachende Listerien vorkommen. Toxoplasmoseerreger kommen vor allem in rohem Fleisch vor, können über Verunreinigungen durch Katzenkot aber auch auf bodennah gewachsenes Gemüse, Salate und Obst gelangen. Listerien können rohen und verarbeiteten Lebensmitteln anhaften und sich während der Lagerung weiter vermehren. Erhitzen für zwei Minuten auf mindestens 70 °C tötet beide Krankheitserreger ab. Salate sind am besten selbst frisch zuzubereiten und dabei gründlich zu waschen. Von vorgefertigten Schnittsalaten wird abgeraten. Denn Listerien können beim Zerkleinern der Zutaten in diese Salate gelangen und sich während der mehrtägigen Lagerung auch bei Kühlschranktemperaturen weiter vermehren. Diese und weitere Empfehlungen zum Schutz vor Listeriose und Toxoplasmose finden sich im Internet unter http://www.was-wir-essen.de/download/lebensmittelinfektionen_schwangerschaft.pdf

Erarbeitet wurden sie vom aid infodienst Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Netzwerk "Gesund ins Leben".

Sollte ich in der Schwangerschaft Salzarm essen?

Nein - ganz im Gegenteil. Eine normale, nicht kochsalzreduzierte Kost ist ebenso wichtig wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zuwenig Salz könnte ein Risikofaktor sein, der möglicherweise zum Auftreten einer Schwangerschaftsvergiftung beiträgt. Eine Schwangere mit einer Schwangerschaftsvergiftung sollte sich übrigens ausgewogen, eiweiß-, salz- und kalorienreich ernähren. Auf eine kochsalzreduzierte Kost sowie auf entwässernde Mittel (auch Teesorten) sollte jetzt ganz verzichtet werden. Ein Reduzieren von Kochsalz kann übrigens das Einlagern von Wasser (Ödeme) in der Schwangerschaft nicht verhindern, da dieses durch Hormone ausgelöst wird (Hormoninduktion).

Sind Entwässerungstage während der Schwangerschaft zu empfehlen?

Nein, sie sind nicht notwendig.
Keinesfalls sollten so genannte Obst- und Reis-Tage durchgeführt werden. Auch das Einnehmen von entwässernden Mitteln oder Tees ist in der Schwangerschaft nicht anzuraten.

Wie oft soll ich Fisch während der Schwangerschaft essen?

Makrophagen mit ListerienFisch ist reich an Eiweiß, Seefisch verfügt außerdem über einen hohen natürlichen Jodgehalt und Selen. Von beidem profitiert die Schwangere. Deshalb darf Fisch gerne zweimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. Wegen möglicher Spuren von Quecksilber, welches die Entwicklung des Ungeborenen stören kann, sollten nach einer Empfehlung des Bundesamtes für Verbraucherschutz folgende Fischsorten in der Schwangerschaft nicht zu häufig gegessen werden: Aal, Haifisch, Heilbutt, Hecht, Rotbarsch, Seeteufel, Steinbeißer, Thunfisch.

Wegen der Gefahr von Krankheitsübertragung (Listerien, Toxoplasmose, Parasiten) sollten Schwangere in Salzlake marinierter oder kaltgeräucherter Fisch meiden. Dazu gehören z. B. Salzheringe, Forellenfilets, Räucherlachs, Sushi oder Sashimi.

Gefährdet eine vegetarische Ernährung mein Kind?

Nein. Es sollte aber möglichst nicht zu einseitiger Nahrungsaufnahme kommen. Eine Kost, die auf Fleisch verzichtet, bei der aber Eier, Milchprodukte und im besten Fall auch Fisch gegessen werden, hat keinen Nachteil für das Ungeborene. Das beste ist es, die tierischen (Eier, Butter, Quark etc.) und pflanzlichen Produkte (Gemüse, Kartoffeln, Zwiebeln etc.) bei jeder Mahlzeit zusammen zu verspeisen. Dann kann der Eiweißgehalt der Nahrung vom Körper optimal genutzt werden. Einige Vitamine und Mineralstoffe (Eisen, Jod, Zink, Kalium) sollten zusätzlich zugeführt werden, eine Unterversorgung mit diesen Stoffen liegt jedoch auch bei vielen nicht-vegetarischen Frauen vor.
Eine extreme Form des Verzichts auf tierische Nahrungsmittel wie sie bei veganischer Ernährung betrieben wird, ist wegen Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen nicht zu empfehlen. (Veganer verzichten konsequent auch auf alle Produkte, die von Tieren stammen, z. B. Milch, Butter, Sahne, Quark, Joghurt, Eier etc.)

Darf ich weiterhin Süßstoff in der Schwangerschaft zu mir nehmen?

Ja, in normalem Maße spricht nichts gegen Ersatz von Zucker mit Süßstoff.

Wie verhält es sich mit der Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft?

Folsäure ist für die Entwicklung des Embryos in der Frühphase sehr wichtig. Zudem kann das Risiko für früher Fehlgeburten, vorzeitige Plazentaablösung sowie Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) durch Einnahme von Folsäure etwas gemindert werden.
Der Bedarf an Folsäure ist auch durch viel Gemüse meist nicht zu decken. Bei geplanter Schwangerschaft sollte die Frau bereits im Vorfeld (ca. 1 bis 3 Monaten vor der Schwangerschaft) auf eine erhöhte Folsäurezufuhr achten.
Es wird empfohlen, im Vorfeld der Empfängnis täglich 800 Mikrogramm zu ergänzen und während der Schwangerschaft täglich weiterhin 600 Mikrogramm zuzuführen. Spätestes aber beim Feststellen der Schwangerschaft sollten Frauen mit der Nahrungsergänzung des B-Vitamins beginnen.
 Nach der 12. Woche hat Folsäure keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung des Embryos. Die Folsäure kann aus theoretischen Überlegungen auch nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel weiterhin eingenommen werden, da es positive Effekte auf den Organismus der Mutter hat.

Sollte ich auf Kaffee und bestimmte Tees wegen des Koffeingehaltes verzichten?

Verzichten muss man nicht, jedoch sollte man mit koffeinhaltigen Nahrungsmitteln oder Getränken zurückhaltend sein. In Kaffee, Cola und in geringerem Maße in Schokolade ist Koffein enthalten. Dieses regt das Zentrale Nervensystem sowie Herz, Kreislauf und Atmung an. Die Wirkung auf das Ungeborene ist noch nicht genau bekannt, daher sollte man etwas vorsichtig sein. Beschränken Sie den Konsum von Kaffee auf 2 bis 3 Tassen, von Schwarztee ca. 5 Tassen und von Cola auf maximal 2 Liter - und das besser über den Tag verteilen als auf einmal zu sich nehmen.
Kräutertees und Grüntee sind erlaubt. Allerdings mit folgenden Einschränkungen:

Auf entwässernde Tees sollte in der Schwangerschaft ganz verzichtet werden. Dazu gehört beispielsweise Brennnesseltee.

Vorsicht mit wehenanregenden Wirkstoffen, die in Himbeerblättertee, aber auch in Aufgüssen von Brombeerblättern, Schafgarbe, Eisenkraut (Verbena), Kreuzkümmel, Wermutkraut und Frauenmantel enthalten sind. Diese Tees besser erst ab der 36. Woche zu sich nehmen. Dann helfen Sie das Gewebe des Beckenboden und der Gebärmutter zu lockern („weich zu machen") und auf die Geburt vorzubereiten. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme.

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