Eierstockzyklus
Der Eierstockzyklus beschreibt Veränderungen im Eierstock, die die Hormone FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon) steuern. FSH und LH werden von der Hirnanhangdrüse in das Blut ausgeschüttet, angeregt durch die Produktion von GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormone) durch den Hypothalamus. Der Eierstockzyklus läuft in drei Phasen ab:
- Follikelreifungsphase (1. bis 10. Tag): Das FSH regt in den Eierstöcken das Wachstum von 20 bis 25 Follikeln an. Sie produzieren Östrogene, die sie in das Blut ausschütten. Ein Follikel in einem der beiden Eierstöcke wird besonders groß und erreicht die volle Reife, die anderen sterben ab und werden resorbiert.
- Eisprung (11. bis 14. Tag): Die großen Östrogenmengen regen die Hirnanhangdrüse zur Ausschüttung des LH an. Der hohe LH-Spiegel veranlasst den überlebenden Follikel (Graaf-Follikel) dazu, die reife Eizelle (Ovum) in den Eileiter zu entlassen (Ovulation). Die Eizelle ist jetzt 24 Stunden befruchtungsfähig.
- Gelbkörperphase (15. bis 28. Tag): Der Follikel wandelt sich in den Gelbkörper um, der die Hormone Progesteron (Gelbkörperhormon) und - in geringen Mengen - Östrogen produziert. Progesteron und Östrogen hemmen gemeinsam die Ausschüttung von GnRH durch den Hypothalamus sowie FSH und LH durch die Hirnanhangdrüse. Nach zehn Tagen löst sich der Gelbkörper auf, wodurch die Konzentrationen von Progesteron und Östrogen im Blut sinken. Die Ausschüttung von GnRH, FSH und LH ist nicht mehr unterdrückt - ein neuer Zyklus beginnt. Hat dagegen eine Befruchtung stattgefunden, bleibt der Gelbkörper funktionsfähig und produziert weiterhin Progesteron, bis der Mutterkuchen (Plazenta) im dritten Schwangerschaftsmonat diese Funktion übernimmt.