Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone (Steroidhormone). Diese werden hauptsächlich in den Eierstöcken produziert, geringe Mengen auch in der Nebennierenrinde und im Unterhautfettgewebe. Während der Schwangerschaft stellt der Mutterkuchen (Plazenta) große Mengen an Östrogenen her. Das wichtigste Östrogen ist das Östradiol, daneben gibt es noch Östron und Östriol. Im Blut zirkulieren normalerweise, abhängig von der Zyklusphase, 10 bis 320 Pikogramm Östradiol pro Milliliter und 20 bis 180 Pikogramm Östron pro Milliliter. Östrogene wirken, neben den Geschlechtsorganen, noch auf weitere Systeme im Körper, z. B. auf das Herz-Kreislauf-System, den Fett- und Zuckerstoffwechsel, die Haut, die Lunge, den Knochenstoffwechsel und den Darm.
In den Wechseljahren steht das Östrogen als Schutzfaktor für die Gefäße nicht mehr ausreichend zur Verfügung, so dass das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt wird. Durch eine frühzeitige Östrogeneinnahme kann die Entwicklung einer östrogenmangelbedingten Arterienverkalkung verhindert und damit das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung gesenkt werden. Wird eine Hormonersatztherapie erst Jahre nach der Menopause begonnen, ist es für eine Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oftmals schon zu spät, so dass dann die Risiken größer sein können als der Nutzen.
Natürliche Östrogene für die Hormonersatzpräparate werden zwar künstlich hergestellt, jedoch sind sie in ihren Wirkungen mit den körpereigenen Östrogenen identisch.