Frauenärzte im Netz


Gewalt gegen Frauen

Was tun nach Vergewaltigung?


Von Vergewaltigung spricht man, wenn eine Person eine andere gegen ihren Willen unter Anwendung oder Androhung von Gewalt zum Vollzug des Beischlafs nötigt oder andere sexuelle Handlungen vornimmt oder vom Opfer an sich vornehmen lässt. Wurde eine Frau Opfer einer Vergewaltigung, befindet sie sich in einer schrecklichen Ausnahmesituation. Viele Betroffene wirken vorerst beherrscht und unbeteiligt, wodurch die Grausamkeit des Geschehnisses aber nicht gemindert wird. Aus Scham, Angst, Hilflosigkeit oder dem Ekel vor der Tat gehen viele Vergewaltigungsopfer nicht zur Polizei, zum Frauenarzt oder in eine Notfallambulanz. Dabei ist eine ärztliche Versorgung nach einer Vergewaltigung besonders wichtig - auch wenn sie große Überwindung kostet.

Wenn Sie akut von einer Vergewaltigung betroffen sind, sollten Sie

  • eventuelle körperliche Verletzungen so bald wie möglich ärztlich versorgen lassen: Ärztliche Versorgung nach Vergewaltigung (mit oder ohne Befunderhebung)
  • versuchen, mit Ihren verletzten Gefühlen und Ihren Ängsten möglichst nicht allein zu bleiben. Vielleicht haben Sie einen Angehörigen oder einen Menschen in Ihrem Freundeskreis, dem Sie vertrauen und den Sie in Ihrer Nähe haben möchten.
  • Beratungsangebote wie den Frauennotruf nutzen. Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs verstehen Ihre Situation und können Sie dabei unterstützen, Ihre Gedanken und Gefühle zu sortieren und Sie beraten, wie es weitergeht.

Sie können die Tat bei jeder Polizeidienststelle anzeigen oder über die Telefonnummer 110 einen Streifenwagen der Polizei rufen!

Auch die Polizei informiert über die Möglichkeiten einer ärztlichen Versorgung und kann Ihnen entsprechende Anlaufstellen nennen. Die Polizei wird die Personalien und die Angaben über Tatort, Tatzeit und den Täter sowie erste notwendige Hinweise zur Tat aufnehmen. Mit der Erstattung einer Anzeige, leitet die Polizei einen Untersuchungsauftrag ein. Ein behandelnder Arzt muss der Polizei dann Auskunft erteilen, die Schweigepflicht gilt dann nicht mehr.

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