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Gestose

Was ist eine Gestose?


Gestose ist ein Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die nur in der Schwangerschaft auftreten. Die Krankheitsbilder der Gestose können sich durch eine Reihe von unterschiedlichen Symptomen äußern. Sie können sowohl erstmals durch die Schwangerschaft entstehen, als auch auf zuvor bestehende Erkrankungen zurückgehen, die durch die Mehrbelastung des mütterlichen Organismus verstärkt werden. Die genauen Auslöser einer Gestose sind bis heute nicht geklärt. Die ursprüngliche Vermutung, dass es sich um eine Vergiftung des Körpers handelt, hat sich nicht bestätigt. Daher ist der früher häufig verwendete Begriff „Schwangerschaftsvergiftung" im Prinzip veraltet.

Je nach Zeitpunkt des Auftretens erster Anzeichen unterscheidet man heute zwischen frühen und späten Gestosen. Zu den Frühgestosen gehören die Schwangerschaftsübelkeit in ihrer mäßigen (Emesis gravidarum) und extremen Ausprägung (Hyperemesis gravidarum). Zu den Spätgestosen zählt man die Präeklampsie und die schwerer verlaufenden Formen Eklampsie und HELLP-Syndrom sowie die so genannte Pfropfgestose.

Die Spätgestosen werden nach ihren Hauptsymptomen manchmal auch als EPH-Gestosen bezeichnet (E = Ödem, engl. edema; P = Proteinurie; H = Hypertonie). Diese Bezeichnung ist jedoch umstritten, da z. B. Ödeme auch bei gesunden Schwangeren häufig auftreten.

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