Frauenärzte im Netz

Geschichte der Verhütung

Aufklärung heute


Schon früh kommt es, meist durch Schule oder Medien vermittelt, zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Verhütung. Fern jeglicher Lebenspraxis werden aber immer noch zu oft abstrakte und theoretische Inhalte behandelt. Fatalerweise glauben die meisten Jugendlichen aber, ausreichend aufgeklärt zu sein, doch weist ihr Wissen im Bereich Verhütung und Schwangerschaft ganz erhebliche Lücken auf. Nach einer Umfrage des Robert Koch-Instituts und der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) weiß ein Viertel der 15-Jährigen nicht, ab wann man schwanger werden kann. Viele meinen, beim „ersten Mal" könnte es nicht zu einer Empfängnis kommen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kennen über 80% der 15- bis 16-jährigen Mädchen auch den Zeitpunkt ihrer fruchtbaren Tage nicht. Dennoch hat bereits jede zehnte 14-Jährige und jeder vierte 15-Jährige Geschlechtsverkehr - häufig ohne Verhütung!

Wird bei den ersten sexuellen Kontakten doch verhütet, benutzten die meisten jungen Menschen die Pille oder das Kondom. Mit zunehmender sexueller Erfahrung wird überwiegend die Pille eingenommen, auch ist eine Tendenz zur Kombination von Pille und Kondom zur Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu verzeichnen.

Aufklärung muss heute daher frühzeitig und zielgruppenorientiert erfolgen. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass trockene Wissensvermittlung, wie sie vielfach im Sexualkundeunterricht stattfindet, nicht ausreicht. Jugendliche müssen sich persönlich angesprochen fühlen, um Konsequenzen für ihre Entscheidungen zu ziehen. Die körperlichen Veränderungen in der Pubertät, die verschiedenen Verhütungsmethoden wie Kondome, Pille etc. sowie ihre konkrete Anwendung müssen genau wie sexuell übertragbare Krankheiten auf dem Lehrplan stehen - der Unterricht sollte beratenden Charakter haben und die Lehrer sollten sich einfühlsam mit den Problemen ihrer heranwachsenden Schüler auseinandersetzen. Dabei hat es sich bewährt, wenn Mädchen und Jungen getrennte Unterrichtseinheiten haben mit dem jeweils gleichgeschlechtlichen Lehrer, weil sie dann eindeutig offener sprechen können!

Und was können Eltern tun? - Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Kind. Zeigen Sie Verständnis und erinnern Sie sich an Ihre eigene Pubertät mit ihren Problemen. So kann Ihr Kind Selbstbewusstsein aufbauen, zu sich „Ja" sagen, eigene Standpunkte entwickeln und verantwortungsbewusst mit sich und seinem Körper umgehen.

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