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Geburt

Pressphase


Viele Frauen empfinden es jetzt auch als erleichternd, die Geburt durch aktives Pressen zu unterstützen. Das Köpfchen des Kindes sollte jedoch möglichst bis auf den Beckenboden herunterkommen, bevor die Frau dann - unter Anleitung der Hebamme - zu pressen beginnt. Denn je tiefer der Kopf steht, desto kürzer ist der Weg bis zum Austritt. Das reduziert die Anstrengung der Gebärenden durch allzu viele kraftraubende Presswehen. Zudem sollte die eigentliche Pressphase nicht länger als 30 Minuten dauern, da der Stress für das Kind sonst sehr groß wird. Neuen Studien zufolge scheint das aktive Pressen jedoch keine großen Vorteile zu bringen. Zwar wird die Geburt um durchschnittlich 13 Minuten verkürzt, die Neugeborenen zeigten aber keine besseren Apgar-Werte. Außerdem scheint das aktive Pressen die Wahrscheinlichkeit für eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und Harninkontinenz  zu erhöhen.

Die Schwangere sollte, wie während der ganzen Geburt, auch in der Pressphase die Möglichkeit haben, sich nach ihren Bedürfnissen zu drehen oder zu bewegen. Optimal ist es allerdings, die Beine an den Körper zu ziehen, um so dem Kopf des Kindes den Durchtritt zu erleichtern. Hebamme oder Arzt wissen, wann der beste Zeitpunkt ist, tief Luft zu holen, die Luft anzuhalten und mitzupressen. Machen Sie sich deren Erfahrung zu Nutze, indem Sie versuchen, den Anweisungen - soweit es geht - zu folgen.

Während der Pressphase kommt es übrigens tatsächlich häufig zum Stuhlgang. Viele Schwangere möchten das nicht und nutzen daher vor dem Geburtsbeginn die Möglichkeit eines Einlaufs zur Darmentleerung. Dagegen spricht sicher nichts, da dies auch die Wehentätigkeit unterstützt und dem Kind Platz macht. Doch sollten Sie auch bedenken, dass dies ein natürlicher Vorgang ist und von den Geburtshelfern, die zudem täglich mit den Vorgängen um die Geburt herum beschäftigt sind, auch so betrachtet wird. Es besteht also kein Grund, sich dafür zu schämen.

Der Kopf erscheint

In der letzten Phase wird das Kind zur Seite gebogen (Deflexion) und mit dem Kopf voran geboren. Den Durchtritt des Kopfes durch den Damm nennt man „Durchschneiden". Hierbei sollte ein ausreichender Dammschutz und evtl. ein Schnitt durch den Arzt erfolgen. Der Dammschnitt wird erforderlich, wenn die mütterlichen Weichteile durch den Kopf so sehr gedehnt werden, dass sie einzureißen drohen. Wird ein Dammschnitt auf der Höhe der schmerzhaften Wehen durchgeführt, nimmt die Frau den Schnittschmerz meist nicht wahr.

Bei der nächsten Wehe erfolgt die Geburt des Kindskörpers nach der Rückdrehung. Das heißt, der Geburtshelfer wird den Kopf, wenn er geboren ist, vorsichtig drehen und senken, sodass die vordere Schulter durchtreten kann. Der Rest des Kindes folgt dann meist problemlos und schnell.

In manchen Kliniken (oder auf Wunsch der Mutter) wird das Kind jetzt direkt auf den Bauch der Mutter gelegt, um ihr den ersten Kontakt zu ermöglichen.

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