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Die Neue Grippe - Häufig gestellte Fragen


20.11.2008

Die Neue Grippe (Schweinegrippe)

Häufig gestellte Fragen zur Impfung:

Häufig gestellte Fragen zur Infektion bzw. Erkrankung:  


Wer wird geimpft?

Da der Impfstoff erst nach und nach und nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht, empfehlen die Fachbehörden (Robert Koch-Institut, Paul Ehrlich-Institut, Weltgesundheitsorganisation) einzelnen Bevölkerungsgruppen eine vorrangige Impfung.

Die Impfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) sollte in folgender zeitlicher Reihenfolge und Abstufung erfolgen:

1.    Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material

2.    Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Krebserkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion

3.    Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon) und Wöchnerinnen

Eine Impfung der ersten drei Gruppen sollte sofort erfolgen.

4.    Haushaltskontaktpersonen, die eine mögliche Infektionsquelle für ungeimpfte Risikopersonen (s. 2. und 3. und Säuglinge unter 6 Monaten) sein können

5.   Alle übrigen Personen ab dem Alter von 6 Monaten bis 24 Jahren

6.    alle übrigen Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren

7.    alle übrigen Personen ab 60 Jahre


Wo kann man sich impfen lassen?

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, ob dieser gegen die Neue Grippe impft. Er kennt Sie persönlich und auch Ihre „Krankengeschichte" und kann Sie daher am besten hinsichtlich der Impfung beraten.

Auf der Website www.aerzte-im-netz.eu finden Sie eine Übersicht von Links zu den jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder. Dort können Ärzte, die gegen die Neue Grippe impfen, gesucht  werden.

In Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen erhalten Impfwillige derzeit beim zuständigen Gesundheitsamt Auskunft über Impfstellen/-ärzte.

Darüber hinaus haben die einzelnen Bundesländer Telefonhotlines eingerichtet. Die Telefonnummern und weitere Informationen finden Sie unter: http://www.neuegrippe.bund.de/


Wie oft muss geimpft werden?

Für Menschen unterhalb von 60 Jahren genügt eine einfache Impfdosis gegen die Schweinegrippe und Erwachsene über 60 Jahre benötigen zwei Erwachsenendosen. Bei Kindern wird die Erwachsenendosis auf zwei Termine verteilt. Das geht aus den Empfehlungen hervor, die im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts veröffentlicht wurden.

Folgende Empfehlungen gelten:

  • Kinder von 6 Monaten bis 9 Jahren erhalten zwei halbe Erwachsenendosen im Mindestabstand von drei Wochen
  • Menschen von 10 bis 60 Jahren bekommen eine Erwachsenendosis
  • Erwachsene über 60 Jahre benötigen zwei Erwachsenendosen im Mindestabstand von drei Wochen. Inzwischen deuten Untersuchungen darauf hin, dass auch bei Personen über 60 Jahre durch eine einmalige Impfung eine gute Immunantwort zu erwarten ist, weshalb die zweimalige Impfung in dieser Altersgruppe derzeit ausgesetzt werden soll!

Wie wird der Impfstoff Pandemrix verabreicht?

Der Impfstoff Pandemrix wird ins Muskelgewebe des Oberarms gespritzt.


Wie kurz nach der Impfung ist der Impfschutz aufgebaut?

Der Impfschutz besteht erst nach Ablauf von zwei Wochen.


Ist der Impfstoff Pandemrix sicher?

Pandemrix wurde von der EU am 29. September zugelassen. Impfstoffe unterliegen wie Arzneimittel der Zulassungspflicht durch das Arzneimittelgesetz. Die Qualität, die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit des aktuellen Impfstoffes wurden durch die nationale und die europäische Zulassungsbehörde überprüft. Die Zulassung und Anwendung des Impfstoffes gegen die neue Influenza A/H1N1 beruht auf jahrzehntelanger Erfahrung mit Grippeimpfstoffen und vergleichbaren Musterimpfstoffen.

Bei breiter Anwendung eines neuen Arzneimittels ist grundsätzlich nicht auszuschließen, dass bislang unerwartete Nebenwirkungen entdeckt werden. Aufgrund bisheriger Erfahrungen geht man davon aus, dass solche möglichen Nebenwirkungen - wenn überhaupt - sehr selten vorkommen. Aktuell werden Meldungen zu Nebenwirkungen erfasst und bewertet. Über die in den Fachinformationen aufgeführten Nebenwirkungen sind auch nach 2 Millionen Impfungen mit dem Impfstoff Pandemrix keine neuen unerwarteten Arzneimittelwirkungen bekannt geworden.


Wie ist der Impfstoff Pandemrix zusammengesetzt?

Bei Pandemrix handelt es sich um einen Spaltvirus-Impfstoff aus inaktivierten Virenbestandteilen dem zusätzlich ein Wirkstoffverstärker, das so genannte Adjuvanz AS03, zugesetzt ist. Pandemrix enthält den Grippevirusstamm A/California/7/2009 (H1N1)v-like strain (X-179A), der in Hühnereiern gezüchtet wird.

Vor der Injektion werden das Lösungsmittel samt Adjuvanz und die Virenkomponenten gemischt. AS03 soll eine stärkere Reaktion des Immunsystems stimulieren. Laut Hersteller wurde das Adjuvans-System an mehr als 39 000 Probanden getestet und erwies sich als gut verträglich. Nach PEI- Angaben sind keine toxischen Wirkungen bekannt. Auch handelt es sich bei dem Adjuvans nicht um neue erstmals in Impfstoffen eingesetzte Substanzen. Seit mehr als 10 Jahren ist der Grippe-Impfstoff FLUAD mit dem fast identischen Adjuvans erfolgreich - inzwischen mehr als 40 Millionen Mal - verimpft worden.

Eine Dosis des Impfstoffs (0,5 Milliliter) enthält laut Hersteller 3,75 Mikrogramm Antigene sowie als Verstärker 10,69 Milligramm Squalen, 11,86 Milligramm Vitamin E (DL-alpha-Tocopherol) und 4,86 Milligramm Polysorbat 80. Enthalten sind auch 5 Mikrogramm des quecksilberhaltigen Thiomersal, das die Verkeimung der Impfstoffe nach der Öffnung verhindern soll. Das entspricht einer Quecksilbermenge von 2,5 Mikrogramm. Dazu muss man wissen, dass die Einnahme von 96 Mikrogramm Quecksilber in der Woche bei einer 60kg schweren Schwangeren als unproblematisch gilt.

  • Polysorbat ist Bestandteil vieler Lebensmittel. Nach Angaben des Paul-Ehrlich- Instituts (PEI) kann der Mensch davon täglich bis zu 10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht bedenkenlos zu sich nehmen.
  • Squalen, ist ein natürlicher Bestandteil menschlicher Körperzellen und Hauptbestandteil vieler Nahrungsergänzungs- und Lebensmitteln wie Lebertran, Fisch- und Olivenöl. Die in einer Impfdosis enthaltene Squalen-Menge ist nicht höher als die durchschnittliche tägliche Aufnahme mit der Nahrung. Sorgen über den Zusatzstoff Squalen im Impfstoff gegen die Scheinegrippe sind nach Ansicht des Paul Ehrlich-Instituts (PEI) unbegründet.

    Nach Angaben des PEI gibt es auch keinen Zusammenhang zwischen Squalen als Zusatz eines Milzbrand-Impfstoffs mit einem unklaren Krankheitsbild amerikanischer Soldaten, das als „Golfkriegs-Syndrom" beschrieben wird. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO war Squalen gar nicht im Milzbrand-Impfstoff für US-Soldaten enthalten.

Welche Nebenwirkungen sind nach einer Impfung mit Pandemrix zu erwarten?

Am häufigsten (bei mehr als einer von zehn Personen) beobachtet wurden Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle (Verhärtung, Schwellung, Schmerzen und Rötung) sowie Fieber und Mattheit oder Müdigkeit.

Vorsicht ist geboten bei Allergien gegen Hühnereiweiß (Ovalbumin), Formaldehyd, Gentamicinsulfat (ein Antibiotikum) und Natriumdeoxycholat.


Wie wirksam ist Pandemrix?

Studien haben gezeigt, dass Pandemrix bei mindestens 70 Prozent der Menschen, bei denen er untersucht wurde, ausreichend hohe Konzentrationen von Antikörpern bildete, die vor einer A/H1N1-Erkrankung schützen.


Sollen Schwangere mit Pandemrix geimpft werden?

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, dass Schwangere bis zum Vorliegen weiterer Daten mit wirkstoffverstärker-freien (nicht-adjuvantierten) Spalt-Impfstoffen geimpft werden sollen.

Die Gesundheitskonferenz der Länder hat bei dem australischen Impfstoffhersteller CLS einen Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker bestellt, welcher der Impfempfehlung für Schwangere durch die Ständigen Impfkommission (STIKO) nachkommt. Die Auslieferung dieser 150.000 Impfstoffdosen ist im Dezember 2009 erfolgt. Nach Angaben des PEI stehen Schwangeren nun zwei Impfstoffe zur Verfügung, um sich basierend auf der individuellen Gefährdungssituation gegen die Neue Grippe impfen zu lassen. In Deutschland gibt es jährlich rund 660.000 Schwangerschaften.

 


Wann sollte man sich nicht gegen Neue Grippe impfen lassen?

Wie bei jeder Impfung gilt auch hier: Wer sich geschwächt oder krank fühlt, sollte zunächst seinen Arzt um Rat fragen, ob für ihn eine Impfung in Frage kommt.
Wenn eine Allergie gegen Hühnereiweiß besteht, sollte man nicht mit dem Impfstoff „Pandemrix" geimpft werden, der aus Hühnereiern gewonnen wurde. Gleiches gilt bei bekannten schweren Allergien gegen andere Impfstoffbestandteile.


Baut man ausreichend hohe Antikörpertiter auf, wenn man nach einer Infektion innerhalb von 48 Stunden mit Tamiflu behandelt wird?

Wenn frühzeitig, innerhalb von 48 Stunden antivirale Medikamente eingenommen werden, ist die natürliche Immunantwort erwartungsgemäß schlecht bis gar nicht ausgebildet. Es empfiehlt sich daher, sich nach überstandener Erkrankung zusätzlich impfen zu lassen.


An welchen Symptomen erkennt man die Neue Grippe?

Die Beschwerden und Symptome der Neuen Grippe können den Symptomen der saisonalen Grippe („Wintergrippe“) ähneln. Bei manchen Menschen kann die Infektion auch einen leichten Verlauf zeigen und den Symptomen einer einfachen Erkältung ähneln. Schwere Erkrankungsfälle und Todesfälle traten bisher mehrheitlich bei Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung auf.
Häufige Symptome sind:

  • Plötzlicher Krankeitsbeginn,
  • Fieber,
  • Reizhusten,
  • Kopf- und Gliederschmerzen,
  • Müdigkeit,
  • und Appetitlosigkeit.

Bei manchen Menschen führt sie auch zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Bei Kindern können neben erhöhter Schläfrigkeit, auch Übelkeit und/oder Erbrechen im Vordergrund stehen.


Wann zeigen sich die ersten Symptome?

Die Inkubationszeit beträgt 1-4 Tage. Patienten können schon etwa 24 Stunden vor dem Ausbruch der ersten Krankheitszeichen den Erreger übertragen und sind üblicherweise 3 bis 5 Tage ansteckungsfähig. Bei Kindern kann die Ansteckungsfähigkeit bereits früher beginnen und auch länger andauern.


Wie infiziert man sich mit Neuer Grippe?

Influenzaviren sind hoch infektiös und vermehren sich schnell. Schon eine geringe Erregerzahl reicht daher aus, damit eine betroffene Person erkrankt. Eine Ansteckung erfolgt vor allem über eine so genannte Tröpfcheninfektion mit der Atemluft: Erregerhaltige Körperflüssigkeiten gelangen beim Sprechen, Niesen oder Husten einer infizierten Person als kleine Tröpfchen in die Luft und werden direkt von den Umstehenden eingeatmet. Die Übertragung kann bei Husten und Niesen über einen Abstand von 2-3 Metern erfolgen.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dass die Erreger in kleinen Tröpfchenkernen  länger in der Luft schweben, bevor sie in die Atemwege einer anderen Person geraten.

Die virenhaltigen Tröpfchen bleiben aber auch an Oberflächen wie Türklinken oder auch benutzten Taschentüchern haften und können durch eine Schmierinfektion übertragen werden. Sie können dann über die Hände auf die Schleimhäute in Mund und Nase gelangen. Influenzaviren bleiben auf glatten Oberflächen 24 bis 48 Stunden und an den Händen bis zu 5 Minuten infektiös.


Wie lange ist man für andere ansteckend?

Infizierte Menschen können bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome ansteckend sein und Viren übertragen. Wenn sich die ersten Symptome zeigen, ist man für andere drei bis fünf Tage lang ansteckend. Manchmal kann es 7 Tage, in seltenen Fällen sogar noch länger dauern.

Das Risiko, sich mit der Neuen Grippe anzustecken, ist bei engem Kontakt größer als bei flüchtigen Begegnungen. Wenn Sie mit Erkrankten im selben Haushalt leben, Erkrankte (ohne angemessenen Schutz) gepflegt haben oder Intimkontakte mit Erkrankten hatten, wird empfohlen:

  • den Kontakt zu besonders anfälligen Personen einzuschränken, zum Beispiel zu Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Schwangeren,
  • die Hygieneempfehlungen konsequent zu befolgen,
  • auf Krankheitszeichen zu achten.

Welche Komplikationen können bei einer Ansteckung mit der Neuen Grippe auftreten?

Insbesondere ältere Menschen mit Grunderkrankungen (chronische Herz- oder Lungen-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Diabetes, Immundefekte usw.) haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Bekannte Komplikationen von Influenza-Infektionen sind Lungenentzündungen und andere Erkrankungen der unteren Luftwege, sowie entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels  (Myokarditiden) oder Entzündungen des Gehirns (Enzephalitiden).
Steigt das Fieber nach 3 Tagen erneut an, kann dies ein Hinweis auf eine bakterielle Superinfektion mit z. B. Pneumokokken, Haemophilus influenzae oder Staphylokokken sein.

Bei Kindern kann sich eine Mittelohrentzündung (Otitis media) entwickeln.


Was tut man bei Verdacht auf eine Ansteckung mit der Neuen Grippe?

Bei Verdacht auf Neue Grippe, stimmen Sie das weitere Vorgehen zunächst telefonisch mit einem Arzt ab. Auf dem Weg zur Praxis und in der Praxis sollte dann der Kontakt zu anderen Menschen soweit möglich vermieden werden.


Welche Hygienemaßnahmen sind gegen die Neue Grippe sinnvoll?

Einfache Hygienemaßnahmen verringern das Risiko für eine Ansteckung mit der Neuen Grippe.
Dazu gehören:

  • Möglichst häufiges Händewaschen mit Seife für die Dauer von 10 bis 20 Sekunden – am besten immer, wenn man von draußen kommt
  • Wenn keine Möglichkeiten zum Händewaschen gegeben sind, ist die Verwendung einer Desinfektionslösung sinnvoll
  • Vermeiden Sie möglichst, Ihre Hände ins Gesicht zu nehmen, um die Erreger von Schleimhäuten fern zu halten
  • Händeschütteln und Begrüßungsküsschen sollten vermieden werden
  • Große Menschansammlungen sollten gemieden werden

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