Eierstockzyste
Erkennung
Da Eierstockzysten oft keinerlei Beschwerden verursachen, fallen sie meist nur zufällig bei der routinemäßigen, frauenärztlichen Tast- oder Ultraschalluntersuchung (Sonografie) auf. Moderne Geräte lassen bereits wenige Millimeter große, zystische Veränderungen am Eierstock erkennen, die oft keinen Krankheitswert besitzen. Deshalb ist es besonders wichtig, normale zystische Veränderungen von krankhaften abzugrenzen, die eine Behandlung erfordern.
Bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr sollten zystische Prozesse am Eierstock immer engmaschig kontrolliert und in der Postmenopause abgeklärt werden, da es sich hier um bösartige Erkrankungen handeln könnte.
Bereits das Alter der Frau, die Vorgeschichte, die Beschwerden, der Tastbefund und das Aussehen der Zyste im Ultraschall lassen manchmal Rückschlüsse zu, um welche Zystenart es sich handeln könnte.
Die vaginale und rektale Tastuntersuchung (Palpation) stellt nach der intensiven Befragung den ersten Untersuchungsschritt dar. Dabei beurteilt der Frauenarzt die Ovarien und eventuell vorhandene Zysten nach
- Größe,
- Beweglichkeit,
- Konsistenz,
- Schmerzempfindlichkeit und
- Oberflächenbeschaffenheit.
Durch die Tastuntersuchung ergeben sich zwar erste Hinweise, aber nicht jede Eierstockzyste wird dadurch erkannt. Deshalb schließt sich bei einem Verdacht stets eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) an.
Ergeben sich aus der Tastuntersuchung Hinweise auf mögliche Eierstockzysten, liegen unklare Befunde oder körperliche Beschwerden vor, ist eine Ultraschalluntersuchung angezeigt. Sie erfolgt bei Jungfrauen über die Bauchdecke (Abdominalsonografie), sonst durch die Vagina (Vaginalsonografie). Die Sonografie ist der gynäkologischen Tastuntersuchung häufig überlegen. Mit ihr lassen sich bereits zystische Veränderungen von wenigen Millimetern Durchmesser erkennen. Hauptschwierigkeit bei der sonografischen Diagnostik ist es, normale von krankhaften Veränderungen zu unterscheiden.
Mittels der (Farb-)Dopplersonografie kann man die Blutflüsse der kleinen Zystengefäße erfassen. Damit sollen sich gutartige von bösartigen Geschwülsten unterscheiden lassen. Die Zuverlässigkeit dieser Methode ist allerdings noch umstritten.
Untersuchungen des Blutserums können zur diagnostischen Sicherheit beitragen. Beispielsweise können Werte, die für eine Entzündung sprechen, erhöht sein. Ein erhöhter Androgenspiegel legt ein polyzystisches Ovarsyndrom (PCO) nahe. Eine Überprüfung der Konzentration des Tumormarkers CA 125 lässt ebenfalls - wenn auch nur eingeschränkt - Rückschlüsse auf die Art der Zysten zu.
Können die übrigen Verfahren keine Klärung über die Art der Zyste bringen, so kann eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden. Dabei lässt sich eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen, die sogleich feingeweblich (histologisch) untersucht wird. Das Ergebnis gibt Auskunft über die Art der Zyste und ob sie gut- oder bösartig ist. So kann das weitere Vorgehen festgelegt werden.





