Frauenärzte im Netz


Das erste Mal

Ungewollte Schwangerschaft


Trotz aller Aufklärung ist das „erste Mal" nicht selten eine ungeplante Situation, auf die viele nicht vorbereitet sind. Unter Alkoholeinfluss und Gruppenzwang („Man tut es ja") fallen die Hemmungen, und mögliche Konsequenzen eines unverhüteten Geschlechtsverkehrs werden verdrängt. Eine Umfrage zeigt, dass etwa 12% der Mädchen und 15% der Jungen beim „ersten Mal" kein Verhütungsmittel benutzen. Die altersbedingte Unsicherheit spielt dabei eine große Rolle.

Die Mehrheit der Jugendlichen erlebt ihren ersten Geschlechtsverkehr jedoch innerhalb einer festen Beziehung. Die Vertrautheit mit dem Freund oder der Freundin ist die beste Voraussetzung, nicht vollkommen unvorbereitet in das Erlebnis hinein zu stolpern. Je größer die Vertrautheit der beiden Partner ist, desto besser sind sie in der Regel vorbereitet. Extrem selten kann es auch beim geschützten Geschlechtsverkehr zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen, denn eine hundertprozentige Sicherheit bietet keine Verhütungsmethode.

Unterstützung durch die Familie gibt dem Mädchen Halt

Eine ungewollte Schwangerschaft versetzt die meisten Betroffenen in Panik. Sie fühlen sich zwischen Entsetzen, Verzweiflung, Ohnmacht und Wut hin und her gerissen - nur wenige fassen sie als ungeplantes Glück auf. Wird ein Mädchen schwanger, ist sie in erster Linie auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen. Schuldzuweisungen und Selbstvorwürfe helfen nicht weiter. Letztlich ist es die Entscheidung der Tochter, ob sie das Kind bekommen und aufziehen möchte, sich für eine Adoptionsfreigabe entscheidet oder eine Abtreibung vornehmen lassen will. Frauenärzte sowie Beratungsstellen können bei der Entscheidungsfindung eine große Hilfe sein und über finanzielle Ansprüche aufklären.

Rechtliche Grundlagen eines Schwangerschaftsabbruchs

Wird eine Abtreibung in Erwägung gezogen, darf diese nur vorgenommen werden, wenn die Empfängnis nicht mehr als 12 Wochen zurück liegt. Daneben muss eine Beratung in Anspruch genommen worden sein und eine Beratungsbescheinigung einer anerkannten Stelle vorgelegt werden. Zwischen der Beratung und dem Schwangerschaftsabbruch muss eine Frist von mindestens drei Tagen eingehalten werden. Der beratende Arzt darf nicht derjenige sein, der den Abbruch vornimmt.

Ein Schwangerschaftsabbruch gilt unter normalen Umständen als rechtswidrig, wird jedoch bei Einhaltung der Frist nicht bestraft. Der Abbruch ist nur dann mit dem Gesetz vereinbar, wenn der Arzt zu dem Schluss kommt, dass er unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der werdenden Mutter notwendig ist, um eine Lebensgefahr oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung ihres körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes abzuwenden. Die werdende Mutter muss ihre ausdrückliche Einwilligung geben. Im Fall einer Vergewaltigung, Nötigung oder eines sexuellen Missbrauchs, ist ein Abbruch erlaubt, wenn ein Arzt eine kriminologische Indikation stellt und die Tat nicht länger als 12 Wochen zurück liegt.

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