Cytomegalie (Zytomegalie)
Krankheitsbild
Symptome bei Erwachsenen
Eine Cytomegalie verläuft in den meisten Fällen bei Menschen mit stabilem Abwehrsystem mit geringen Beschwerden oder bleibt sogar gänzlich unbemerkt.
Anzeichen für eine Erstinfektion mit dem Cytomegalovirus können Kopf- und Gliederschmerzen, Schwellung der Lymphknoten, Fieber und Abgeschlagenheit sein. Das sind alles Symptome, die denen einer Grippe ähneln. Nach Abklingen der Symptome verbleibt eine im Körper ruhende Infektion, chronisch-persistierend genannt, die jeder Zeit reaktiviert werden kann.
Ist das Immunsystem geschwächt oder durch Medikamente unterdrückt, z.B. um Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen zu vermeiden, kann es unter Umständen zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen.
Als ernste Manifestationen sind bekannt:
- Netzhaut-Entzündung (Retinitis): Verminderte Sehfähigkeit, Gesichtsfeldausfälle und andere veränderte Sinneswahrnehmungen. Das Auge selbst ist schmerzfrei. Am Augenhintergrund sind peripher weiße Stellen oder Blutungen zu erkennen. Eine verspätete Behandlung führt zur Erblindung auf beiden Augen. Von der Retinitis sind besonders häufig HIV-Infizierte betroffen.
- Beschwerden im Magen-Darm-Trakt: Brennen hinter dem Brustbein, Schluckbeschwerden, krampfartige oder lang anhaltende Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, selten Symptome in den unteren Darmabschnitten, gelegentlich Geschwüre der Schleimhäute, in Einzelfällen Darmdurchbruch oder Entzündungen des Bauchfells
- Lungenentzündung (Pneumonitis): trockener Husten, d.h. ohne Schleimbildung und Atemnot
- Befall der Nebennieren, Nierenentzündung (Nephritis)
- Gehirnentzündung (Enzephalitis)
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
- Leberentzündung (Hepatitis)
- Abnahme der roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörper (Leukozyten) sowie der Blutplättchen, dadurch erhöhte Infektionsgefahr durch andere Erreger (Pilze, Bakterien)
- Geschwüre der Haut
Symptome bei Kindern
Kinder mit gesundem Immunsystem, die das Virus durch ihre Umwelt erwerben, durchlaufen eine Cytomegalie ebenfalls in den meisten Fällen ohne erkennbare Krankheitszeichen.
Während eine Infektion für schwangere Frauen ungefährlich ist, kann sie jedoch bei dem ungeborenen oder neugeborenen Kind, das noch kein ausgereiftes Immunsystem besitzt, große Schäden anrichten. Außerdem steigt das Risiko einer Fehlgeburt.
10% der vorgeburtlich infizierten Kinder zeigen folgende Symptome:
Oftmals wird die Erkrankung erst Monate nach der Geburt diagnostiziert, weil vorher keine Symptome erkennbar waren. Dann wird häufig kein Zusammenhang mehr mit einer Cytomegalie hergestellt.
Geistige und körperliche Entwicklungsrückstände sind schwerwiegende Spätfolgen, darunter treten am häufigsten Hörstörungen auf, die bei rund 15% der unbehandelten Kinder beobachtet werden.
- Gehirnentzündung (Enzephalitis) mit nachfolgenden Verkalkungen im Gehirn
- Verminderter Kopfumfang (Mikrozephalie)
- Vergrößerung von Leber und Milz (Hepatosplenomegalie) teilweise mit Gelbsucht
- Mangel an Blutplättchen (Thrombocytopenie), dadurch Einblutungen in die Haut, Blutarmut
- Seh- oder/und Hörschäden
- Entwicklungsdefekte des Zentralnervensystems
- Krampfanfälle
- Spastik
- motorische Störungen
- Entzündung der Ader- und Netzhaut (Chorioretinitis)
- Sprachdefekte
Oftmals wird die Erkrankung erst Monate nach der Geburt diagnostiziert, weil vorher keine Symptome erkennbar waren. Dann wird häufig kein Zusammenhang mehr mit einer Cytomegalie hergestellt.
Geistige und körperliche Entwicklungsrückstände sind schwerwiegende Spätfolgen, darunter treten am häufigsten Hörstörungen auf, die bei rund 15% der unbehandelten Kinder beobachtet werden.





