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Chlamydien-Infektionen

Was sind Chlamydien?


Urogenitale Infektionen mit Chlamydia trachomatis (Serogruppen D-K) gehören weltweit zu den häufigsten durch sexuellen Kontakt übertragenen Krankheiten (STD - sexually transmitted diseases).

Infizieren können sich Frauen und Männer. Folgen einer Ansteckung bei Frauen sind zunächst Entzündungen des Gebärmutterhalses und seltener der Harnröhre. Die Erreger können „aufsteigen" und zu akuten Entzündungen der Gebärmutter, der Eileiter und Eierstöcke führen. Die Beschwerden sind oft sehr unspezifisch, so dass viele Frauen eine Infektion nicht bemerken und diese chronisch werden kann. Als Langzeitfolgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion können beispielsweise Unfruchtbarkeit, Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften oder Entzündungen der Organe des kleinen Beckens (Pelvic inflammatory disease, PID) auftreten. Möglicherweise können urogenitale Chlamydien-Infektionen auch Fehl- oder Frühgeburten auslösen. Dies ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Von Chlamydia trachomatis gibt es zwei weitere Untergruppen, die eigene Krankheitsbilder auslösen: Das Trachom oder Ägyptische Augenkrankheit wird von den Serotypen A-C ausgelöst. Die Ursache von Lymphgranuloma venerum einer Erkrankung des Lymphsystems ist Chlamydia trachomatis der Serotypen L1-L3. Beide Krankheiten kommen in den westlichen Industrieländern kaum vor. Ihr Vorkommen ist hauptsächlich auf tropische Länder beschränkt.

Kostenloses Chlamydien-Screening für Frauen unter 25 Jahren

Um Unfruchtbarkeit als Spätfolge einer unbehandelten Chlamydien-Infektion bei Frauen verhindern zu können, übernehmen die Krankenkassen einmal im Jahr die Screening-Kosten für sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren. Im Rahmen dieses Chlamydien-Screenings ist der Urintest als Testmethode vorgeschrieben. Dieser Test ist sehr zuverlässig, das Ergebnis liegt meist in wenigen Tagen vor.

Patienteninformation zum Screening auf Chlamydia trachomatis-Infektion (vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)):https://www.g-ba.de/downloads/17-98-2509/2009-10-19-Merkblatt-Chlamydienscreening.pdf

Chlamydien-Infektionen werden mit Antibiotika behandelt.

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