Chlamydien-Infektionen
Auswirkungen
Charakteristisch für Chlamydien-Infektionen ist ihr chronisch-schleichender Verlauf. Die Krankheit kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Bei zwei von drei Frauen bleibt eine Chlamydien-Infektion unentdeckt. Die Infektion wird sehr häufig chronisch. Dann können Folgekrankheiten auftreten, deren Behandlung langwierig ist. Mögliche Komplikationen sind:
- Unfruchtbarkeit sowie Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften
- Pelvic inflammatory disease (PID)
- Frühgeburten und Infektion Neugeborener
- Reaktive Arthritis - Reiter-Syndrom
Unfruchtbarkeit, Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaft
Steigt die Infektion auf, kann es bei Frauen zu einer Entzündung der Eileiter (Salpingitis) kommen. In deren Folge können die Eileiter so verkleben und verwachsen, dass sie für Eizellen nicht mehr passierbar sind. Eine mögliche Konsequenz dieses Prozesses ist Unfruchtbarkeit. Außerdem steigt das Risiko einer Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaft.
Pelvic inflammatory disease (PID)
Eine chronische Infektion mit Chlamydia trachomatis kann bei Frauen zu einer Entzündung der Organe des kleinen Beckens führen. Diese sogenannte Pelvic inflammatory disease (PID) kann die Eileiterfunktion weiter beeinträchtigen.
Bei einer Ausbreitung in die Bauchhöhle kann auch der Bauchfellüberzug der Leber (Perihepatitis) von einer Entzündung betroffen sein. Anzeichen dafür sind Schmerzen im rechten Oberbauch, im rechten Schulterbereich und Fieber.
Frühgeburten und Infektion Neugeborener
Eine Chlamydien-Infektion kann möglicherweise einen verfrühten Blasensprung und vorzeitige Wehen auslösen. Dieser Zusammenhang zu Früh- und Fehlgeburten ist allerdings umstritten.
60 bis 70% der Kinder infizierter Mütter stecken sich bei der Geburt mit Chlamydia trachomatis an. 20 bis 40% davon entwickeln eine Bindehautentzündung, die so genannte Einschlusskonjunktivitis. 20% erkranken an einer bestimmten Art von Lungenentzündung, der atypischen Pneumonie.
Reaktive Arthritis - Reiter-Syndrom
Eine Komplikation, die vor allem bei Männern auftritt - grundsätzlich aber bei beiden Geschlechtern möglich ist, ist eine Gelenkentzündung (reaktive Arthritis), die sich bei ungefähr 3% der Infizierten entwickelt. Nach einer Harnleiter-Entzündung treten im Abstand von einigen Tagen bis Wochen Entzündungen der Gelenke der unteren Körperhälfte auf. Betroffen sind vor allem das Knie-, aber auch Sprung- und Zehengelenke. Dazu kommen können im Krankheitsverlauf Entzündungen der Wirbelsäule, des Kreuzbeins und der Augen-Bindehaut. Bei mehr als der Hälfte der Fälle tritt das als Reitersyndrom bezeichnete Beschwerdebild aus drei Symptomen auf:
- Nicht eitrige Harnleiterentzündung (Uretritis)
- Schmerzhafte Gelenkentzündung
- Bindehautentzündung
Dazu können auf den Genitalien, der Mundschleimhaut und den Fußsohlen Hautausschläge ähnlich der Schuppenflechte auftreten. Weitere Komplikationen in diesem Zusammenhang sind: Nagelveränderungen, Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis), des Rippenfells (Pleuritis) und der Hauptschlagader (Aortitis).





