Frauenärzte im Netz

Brustkrebs

Therapie - Strahlentherapie


Bei der Strahlentherapie werden hoch energetische Strahlen eingesetzt, um verbliebene Krebszellen nach vorangegangener Operation abzutöten, oder auch, um einen Tumor im Vorfeld einer Operation zu verkleinern. Dadurch kann in manchen Fällen noch brusterhaltend operiert werden.

Für den Fall, dass bei einer Patientin auf Grund ihres hohen Alters, einer schweren Begleiterkrankung oder weil sie eine Operation ablehnt, kein operativer Eingriff erfolgt, kann auch allein die Strahlentherapie durchgeführt werden. Die Bestrahlungsdosis ist dann höher, als nach einer Operation.

Nach einer brusterhaltenden Operation stellt die Bestrahlung einen unverzichtbaren Bestandteil der Therapie dar. Dadurch lässt sich die Rückfallrate auf 5 bis 10% senken.

Nach Abnahme der Brust (Mastektomie) muss nicht immer eine Bestrahlung erfolgen. Sie ist dann angezeigt, wenn z. B. der Tumor größer als 3 Zentimeter war, mehrere Tumoren vorlagen, die Muskulatur oder Haut betroffen waren, der Tumor nur mit sehr geringem Randsaum in Gesunden entfernt wurde oder Tumorzellen in Lymph- bzw. Blutgefäße eingebrochen sind.

Die Bestrahlung kann etwa 6 bis 8 Wochen nach der Operation beginnen, wenn zusätzlich keine Chemotherapie durchgeführt wird. Bei zusätzlicher Chemotherapie erfolgt die Bestrahlung zeitlich verzögert, entweder danach oder zwischen den einzelnen Therapiesitzungen. Generell achtet man darauf, dass einerseits die Brustdrüse gleichmäßig bestrahlt wird und andererseits Lunge und Herz möglichst geschont werden.

Für die Bestrahlung werden heutzutage meistens so genannte Linearbeschleuniger eingesetzt, da sie auf Grund einer hohen Dosisleistung kurze Bestrahlungszeiten ermöglichen. Durch die Aufnahme und Auswertung computertomografischer Aufnahmen des Brustkorbs, kann der zu bestrahlende Bereich genau festgelegt werden.

In manchen Fällen bietet es sich an, die Strahlen nicht von außerhalb der Körpers (externe Strahlentherapie) zu verabreichen sondern von einem radioaktiv strahlenden Material, das durch kleine Plastikröhrchen für wenige Minuten direkt in den von Krebszellen betroffenen Bereich, eingeführt wird (innere Bestrahlungstherapie). Dieses Verfahren hat sich dann bewährt, wenn um den Tumor nur wenig Randsaum entfernt wurde (wenige Millimeter). Es ermöglicht den ehemaligen Tumorbereich einer höheren Strahlendosis auszusetzen, als die übrige Brust.

Bestrahlung der Lymphknoten

Zuweilen ist es notwendig neben der erkrankten Brust auch die Lymphabflusswege derselben zu bestrahlen. Wurde bei der vorangegangenen Operation ein starker Befall der Lymphknoten nachgewiesen oder dehnte sich der Tumor über die Lymphkoten hinweg aus, ist eine Bestrahlung der Achselhöhle angezeigt.

Bei Patientinnen, welche auf Grund ihres hohen Alters oder schlechter körperlicher Verfassung keine Chemotherapie erhalten, wird häufig auf eine Operation der Lymphkoten in der Achselhöhle verzichtet. Bei diesen Frauen erfolgt dann in der Regel die Bestrahlung der Achselhöhle.

Artikel drucken   Artikel empfehlen

Zum Thema