Brustkrebs
Krankheitsbild
In den meisten Fällen geht die Tumorbildung von den Milchdrüsen oder den Milchgängen der Brustdrüse aus. Der häufigste Brustkrebs ist der Milchgangskrebs. Er wird in der Zellschicht an Innenseite der Milchgänge gefunden und als duktales Karzinom (65 bis 80%) bezeichnet. Krebs, der von den Milchdrüsen ausgeht, wird lobuläres Karzinom (5 bis 15%) genannt. Darüber hinaus kommen weitere, seltene Krebserkrankungen der Brust vor.
Brustkrebs entsteht nicht an allen Stellen der Brust mit der gleichen Häufigkeit. Unterteilt man die Brust schematisch in vier Quadranten (hierzu denke man sich ein Kreuz, mit einer senkrechten und einer waagrechten Linie durch die Brustwarze), tritt Brustkrebs am häufigsten im oberen äußeren Viertel der Brust auf (55%), das besonders reich an Milchdrüsen ist.
Anzeichen und Beschwerden einer Krebserkrankung
Normalerweise verursacht Brustkrebs im Frühstadium keinerlei Beschwerden oder Schmerzen. Sehr häufig wird die Erkrankung durch einen Knoten entdeckt, den die betroffene Person selbst ertastet oder der bei einer Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt auffällt.
Es gibt aber auch andere Krankheitszeichen, die bei Brustkrebs auftreten können.
Dazu gehören:
- Verhärtung der Brust oder der Brusthaut
- Schmerzen, Druck oder Spannungsgefühl in der Brust
- Einziehungen der Brusthaut
- Entzündung der Brust und/oder der Brusthaut
- Jucken im Bereich der Brustwarze
- Veränderungen der Brustwarze
- Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze (insbesondere blutiges Sekret)
- Allgemeinsymptome (z. B. allgemeines Schwächegefühle, Appetitverlust, Gewichtsverlust)
Bei einer oder mehrerer solchen Beschwerden muss aber nicht automatisch eine Brustkrebserkrankung zu Grunde liegen. Sie können auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden.
Spannungsgefühle in der Brust etwa können auch auf eine Mastodynie hinweisen, einer häufigen Begleiterscheinung des prämenstruellen Symptoms. Schmerzen können durch flüssigkeitsgefüllte Zysten verursacht werden. Auch Knoten bedeuten nicht automatisch eine Krebserkrankung. Durch normale Umbauprozesse in der Brust kann es zur Mastopathie kommen, bei der ebenfalls Knoten und Schmerzen auftreten. Es ist aber in jedem Fall ratsam, die Symptome schnell und gründlich von einem Frauenarzt abklären zu lassen, um die tatsächliche Ursache herauszufinden.
Bösartige (maligne) Tumoren haben die Eigenschaft, in benachbarte Gewebe einzudringen und Tochtertumoren abzusiedeln, also zu metastasieren. Über den Lymphstrom gelangen Krebszellen zunächst in nahe gelegene Lymphknoten und können dort zu Lymphknotenmetastasen heranwachsen. Durch Verschleppung über den Blutstrom können Metastasen aber auch in weiter entfernte Organe gelangen. Bei Brustkrebs sind oft auch die Lunge, Leber oder Knochen betroffen (70%).
In seltenen Fällen wird eine Brustkrebserkrankung erst dann bemerkt, wenn bereits "Tochtertumoren" (Metastasen) in den Lymphknoten oder in anderen Organen gestreut haben. Dann rühren auftretende Beschwerden daher, dass die normalen Funktionen der betroffenen Lymphknoten bzw. Organe beeinträchtigt sind.
- Das kann z. B. ein tastbarer verdickter oder verhärteter Lymphknoten in der Achselhöhle sein.
- Wenn die Lunge oder das Brustfell betroffen sind können Luftnot oder sonstige Atembeschwerden, chronischer Husten, blutiger Auswurf oder Schmerzen im Brustkorb auftreten.
- Knochenmetastasen können Knochenschmerzen, Knochenbrüche oder Lähmungen auslösen.
- Beim Befall der Leber können sich Bauchwassersucht (Aszites) oder Gelbsucht (Ikterus) einstellen.
- Haben sich Metastasen im Gehirn gebildet, können Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen oder auch Wesensveränderungen die Folge sein.
Aber auch hier gilt, dass diese Beschwerden kein sicherer Hinweis auf eine Krebserkrankung sind. Solche Symptome können teilweise ebenso bei anderen Krankheiten oder auch bei Gesunden als "Befindlichkeitsstörung" auftreten. Bei längerem Bestehen solcher Beschwerden oder bei konkretem Krebsverdacht sollte stets eine gründliche Abklärung erfolgen.
Zum Thema
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