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Brustkrebs

Begleiterkrankungen


Lymphödem

Wenn nach einer Brustkrebsoperation Lymphknoten entnommen wurden, kann das Lymphsystem seiner Aufgabe, der Gewebeentwässerung, nicht mehr richtig nachkommen. Bereits kurz nach der Operation, kann deswegen ein Rückstau von Gewebsflüssigkeit stattfinden, insbesondere im Bereich des Armes. Schließlich entsteht ein Lymphödem. Der Körper beginnt neue Abflusswege aufzubauen und die meisten Patientinnen kompensieren den Schaden. Bei etwa 10% verbleibt jedoch das Ödem langfristig. Ist die Schwellung auch drei Monate nach Beginn ihrer Ausbildung noch vorhanden, bleibt sie in der Regel dauerhaft bestehen und muss in der Folge therapiert werden.

Unbehandelt schreitet das Armlymphödem langsam voran. Damit nimmt auch die Gefahr von Komplikationen, wie z. B. eine Versteifung des Armes und des Schultergelenks zu. Durch eine manuelle Lymphdrainagebehandlung in Kombination mit einer Kompressionstherapie kann man ein Ödem aber gut behandeln.

Patientinnen die unter einem Lymphödem leiden sollten zudem eine Reihe von Verhaltensregeln beachten. So sind kleinste Verletzungen, auch Verbrennungen oder Erfrierungen an betroffenen Stellen zu vermeiden, da Bakterien eindringen und eine Entzündung hervorrufen können. Der Arm sollte zwar weiterhin wie gewohnt genutzt werden, monotone Arbeiten (z. B. Fließband, Scheibenwischen) und mittelschwere bzw. schwere Tätigkeiten (z. B. Heben, Tragen schwerer Gegenstände) sollten vermieden werden.

Nebenwirkungen in der Brustkrebstherapie

Generell sind die Nebenwirkungen meist abhängig von der Dosierung des jeweiligen Wirkstoffs bzw. der Strahlung. Es gilt: je höher die verabreichte Dosis, desto größer ist auch das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. In der Regel verschwinden die meisten Begleitsymptome der Therapie, meist rasch nach dem Absetzen der Medikamente.

Nebenwirkungen der Bestrahlungstherapie

Man unterscheiden hierbei akute Nebenwirkungen, die während oder kurz nach der Behandlung auftreten und solche, die sich erst Wochen oder Monate später zeigen und dann oftmals dauerhaft verbleiben.

Akute Nebenwirkungen:
  • Vorübergehende Hautrötungen und Hautveränderungen
  • Vorübergehende Übelkeit und Müdigkeit
Spätfolgen der Behandlung:
  • Hautveränderungen (Pigmentflecken oder kleine Besenreißer)
  • Lungenfibrose
  • Verkleinerung und/oder Verfestigung der Brust
  • Lymphödem

Nebenwirkungen der Zytostatika bzw. Chemotherapie

Da es sich bei der Chemotherapie um eine systemische, den ganzen Körper betreffende Behandlung handelt, sind unerwünschte Begleiterscheinungen in mehreren Organen die Folge. Die Therapie wird von vielen Patientinnen als anstrengend und psychisch belastend empfunden, die Nebenwirkungen enden aber meist rasch nach Beendigung der Therapie. Die jeweiligen Medikamente bzw. Präparatkombinationen haben unterschiedliche Nebenwirkungen, einige sind jedoch allen Zytostatika gemein.

  • Haarausfall:
    Zytostatika töten alle sehr teilungsaktiven, wachstumsfreudigen Zellen ab. Dadurch werden nicht nur Tumorzellen bekämpft, sondern auch gesunde Körperzellen, wie die Haarwurzelzellen, sind betroffen.
    Es kommt vor, dass die komplette Körperbehaarung (Augenbrauen, Wimpern, Schamhaare) ausfällt. Die Haare wachsen aber wieder nach, sobald die Medikamente abgesetzt werden. In der Regel vollzieht sich das Nachwachsen dann in gleicher Dichte und Stärke wie zuvor, manchmal sogar noch dichter. Zuweilen gleichen die Haare in Struktur und Farbe dann denen in der Kindheit.
  • Übelkeit und Erbrechen:
    Dies wird durch die Auswirkungen der Chemotherapie auf die Zellen der Darmschleimhaut verursacht. Chemotherapeutika beeinträchtigen manchmal die Schleimhäute im Mund, in der Speiseröhre und im Magen, so dass es zu Mundtrockenheit, wunden Stellen oder Geschwüren im Mund kommen kann. In Speiseröhre und Magen kann ein brennendes Gefühl entstehen.
  • Müdigkeit, Erschöpfung (Fatique) und Atemnot:
    Die Zytostatika verhindern, dass sich die blutbildenden Zellen des Knochenmarks normal vermehren. Dadurch wird die Anzahl an roten Blutkörperchen herabgesetzt, die für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich sind. Die schlechtere Versorgung des Körpers hat eine verminderte Belastbarkeit und einen allgemeinen Erschöpfungszustand zur Folge.
  • Störungen der Blutgerinnung:
    Als Folge der Abnahme der Blutplättchen, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind, können Blutungen auftreten. Neben Zahnfleisch- und Nasenbluten, können Blutergüsse an Extremitäten und auch Blutungen im Magen oder Darm vorkommen.
  • Vermehrte Infektionen:
    Der Mangel an weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr notwendig sind, schwächt die Abwehrkraft des Körpers.

Weil die eingesetzten Medikamente auch die Keimzellen schädigen, sollte für die Dauer der Behandlung und die folgenden sechs Monate keine Schwangerschaft angestrebt werden!

Nebenwirkungen der endokrinen Therapie bzw. Hormontherapie

Die Nebenwirkungen der Hormontherapie gegen Brustkrebs sind, im Gegensatz zu der Chemotherapie, insgesamt geringer ausgeprägt. Durch die Hemmung der Östogenproduktion werden jüngere Patientinnen künstlich in die Wechseljahre versetzt, was typische Beschwerdebilder mit sich bringen kann.

Die verschiedenen Hormontherapien können mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einhergehen.

Antiöstrogene

Die Nebenwirkungen einer Therapie mit dem reinen Antiöstrogen sind ähnlich den Beschwerden der Wechseljahre.

Aromatasehemmer

In der Brustkrebstherapie werden verschiedene Aromatasehemmer eingesetzt, die eine biochemische Umwandlung zu Östrogen unterdrücken. Bestimmte Aromatasehemmer können die Produktion von Thyroxin in der Schilddrüse und Hormonen der Nebennieren beeinflussen. Deshalb sind im Verlauf der Therapie regelmäßige Kontrollen der Hormonwerte im Blut anzuraten. Allgemein kann die Einnahme von Aromatasehemmern zu Müdigkeit, Desinteresse, Hitzewallungen, leichtem Haarausfall, Übelkeit, Verstopfungen, Schwindel, trockenen Schleimhäuten, Hautausschlag und Juckreiz führen.

Gestagene

In der Hormontherapie müssen Gestagene sehr hochdosiert verabreichet werden. Sie können den Appetit anregen (was von Krebskranken oft positiv empfunden wird), zu einer Erhöhung der Blutfette führen und das damit verbundene Risiko von Arteriosklerose erhöhen. Außerdem kann Gelbsucht auftreten, weswegen die Medikamente sofort abgesetzt werden müssen. Das Osteoporoserisiko steigt unter Gestagentherapie; die Betroffene sollte deshalb auf eine calciumreiche Ernährung und ausreichende Bewegung achten. Häufig wird auch eine Absonderung von Flüssigkeit aus der Brustdrüse beobachtet.

GnRH-Analoga

Die Einnahme von GnRH-Analoga kann eine Reihe von allgemeinen Befindlichkeitsstörungen verursachen. Die Beschwerden sind meist eher schwach ausgeprägt und verschwinden nach Absetzen der Medikamente wieder.

Es können Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall oder auch leichte Hör - und Sehstörungen, Gedächtnis und Konzentrationsstörungen sowie depressive Verstimmungen auftreten.

Da für die Dauer der Behandlung künstliche Wechseljahre herbeigeführt werden, kann es auch zu typischen Wechseljahresbeschwerden kommen.

In manchen Fällen nimmt die Schambehaarung und die Behaarung unter der Achsel ab, wohingegen die Kopfbehaarung zunehmen kann. In seltenen Fällen kann sich durch die Einnahme von GnRH-Analoga der Blutdruck erhöhen. Patientinnen, die ohnehin mit hohem Blutdruck zu tun haben, sollten daher die Werte täglich messen. Auch der Blutzuckerspiegel und der Fettgehalt im Blut können steigen. Für die Dauer der Therapie sollten daher die Blutwerte regelmäßig von einem Facharzt überprüft werden.

Antikörper

Bisweilen führt die Therapie mit Trastuzumab zu Nebenwirkungen, die das Herz betreffen, da sich auch auf den Zellen des Herzmuskelgewebes der HER2-Rezeptor befindet. Die Wirkung des Medikaments verstärkt in Kombination mit bestimmten Zytostatika, den Anthrazyklinen, den negativen Effekt auf das Herz. Trastuzumab soll mit dieser Chemotherapieform derzeit nicht kombiniert werden.

Außerdem können grippeähnliche Symptome wie Fieber, Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen, seltener auch andere Nebenwirkungen auftreten. Sie lassen sich mit geeigneten Begleitmedikamenten aber lindern. Die Nebenwirkungen treten vor allem bei der ersten Infusion mit dem Wirkstoff auf, die Fortsetzung der Behandlung belastet die meisten Patientinnen weit weniger.

Nebenwirkungen einer biologischen Therapie

Interferone

Häufige - aber eher unbedenkliche - Nebenwirkungen sind allgemeine Krankheitsymptome, wie Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen ähnlich denen einer Grippe. Solche Beschwerden lassen sich durch Medikamente, wie Paracetamol lindern. Auch Übelkeit, Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit können auftreten. An der Einstichstelle kann die sich Haut röten, anschwellen und auch Schmerzen verursachen.

Bedenklicher ist eine Abnahme der weißen Blutkörperchen im Verlauf der Behandlung. Deshalb sollten im Vorfeld und während der Behandlung regelmäßige Kontrollen der Blutwerte erfolgen.

In seltenen Fällen kann es zu starken Blutdruckschwankungen kommen, die daher regelmäßig überwacht werden müssen. Auch Wassereinlagerungen, Herzrhythmusstörungen, eine Lungenentzündung oder ein Herzinfarkt können auftreten.

Durch die Behandlung mit Interferonen kann der Körper dazu angeregt werden Abwehrstoffe gegen körpereigene Substanzen zu bilden. Als Folge können Autoimmunerkrankungen auftreten, wie z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Lupus erythmatodes oder rheumatoide Arthritis.

Weil bisher ungeklärt ist, ob eine Behandlung mit Interferonen ein ungeborenes Kind schädigt, sollte für die Dauer der Medikamenteneinnahme sicher verhütet werden. Auch sollte im Verlauf der Therapie nicht gestillt werden.

Interleukine

Häufige - aber eher unbedenkliche - Nebenwirkungen sind Fieber, Müdigkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Hautausschlag und Wassereinlagerungen (Ödeme).

Bedenklicher ist ein Absinken der blutbildenden Zellen, weshalb das Blut regelmäßig von einem Facharzt untersucht werden sollte. Daneben können auch Leberfunktionsstörungen und Gelbsucht auftreten.

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