Brustentwicklung & Muttermilch
Zufüttern während der Stillzeit
Nach heutigen Erkenntnissen ist eine direkte Zufütterung von Neugeborenen ohne medizinischen Grund nicht sinnvoll. Babys Stoffwechsel sowie Energie- und Wasserhaushalt sind durch einen ausgeklügelten Hormonhaushalt so geregelt, dass es mit der Muttermilch sowie den Energiereserven, die in Leber und Fettgewebe während der letzten Schwangerschaftswochen gespeichert wurden, völlig auskommt. Auch wenn manche Eltern den natürlichen Gewichtsverlust in der ersten Zeit nach der Geburt mit Sorge betrachten, kann Zufüttern, beispielsweise von Tee oder Zuckerlösungen, dieses natürliche Gleichgewicht beeinträchtigen.
Als Richtwerte für eine gesunde Gewichtsentwicklung gelten:
- Höchstens 7% Gewichtsverlust in den ersten 3 Tagen
- Zwischen 7 und 14 Tagen wird das Geburtsgewicht wieder erreicht, wenn gut gestillt wird.
- Zwischen 2 und 8 Wochen nimmt der Säugling wöchentlich mindestens 150g zu.
- Nach 6 Monaten wird das Gewicht verdoppelt.
Zufüttern parallel zum Stillen sollte grundsätzlich nur in folgenden Fällen erfolgen:
- Hat das Kind 10% des Geburtsgewichts verloren, obwohl häufig bei optimaler Technik angelegt wurde, muss eine verzögerte oder zu geringe Milchbildung unterstellt werden. In diesen Fällen sollte weiterhin unter Beigabe industriell hergestellter Milchnahrung gestillt werden.
- Bei Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 3000g oder etwas zu Frühgeborenen (35. bis 36. Woche) sollte ab einem Gewichtsverlust von 7 bis 8% mit dem Zufüttern begonnen werden.
Kranke Säuglinge, unreife Frühgeborene oder stark Untergewichtige unterliegen anderen Regeln und Beikost kann aus medizinischer Sicht notwendig sein. Die Entscheidung über etwaiges Zufüttern sollte die Mutter in jedem Fall ihrem Arzt überlassen.





