Brustentwicklung & Muttermilch
Mütterliche und kindliche Stillreflexe steuern Regelkreis
Die Aufrechterhaltung der Milchbildung und -abgabe durch das Prolaktin und Oxytocin wird durch eine Reihe mütterlicher sowie kindlicher Reflexe in Gang gesetzt. Darüber hinaus ist eine regelmäßige und möglichst vollständige Entleerung der Brüste wichtig, um die Milchbildung zu verstärken.
Der Such-, Saug- und Schluckreflex ist bei einem Säugling schon in der ersten Schwangerschaftshälfte ausgebildet. Die Brustwarze wird automatisch gefunden, sobald das Baby angelegt wird. Dadurch, dass der Mund des Kindes Brustwarze und Warzenhof umfasst bzw. zusammenpresst und mit den Lippen luftdicht verschließt, wird beim Saugen ein Unterdruck erzeugt. Dieser Unterdruck fördert die Milch aus den Milchgängen in die kindliche Mundhöhle und löst dort das Schlucken aus.
Der Berührungsreiz des Saugreflexes provoziert bei der Mutter einen Nervenimpuls zum Gehirn, der die Ausschüttung von Prolaktin für den Milchspendereflex (Galaktopoese) und Oxytocin für den Milchejektionsreflex (Galaktokinese) bewirkt.
Der Erektionsreflex der Brust, ein weiterer mütterlicher Reflex, erleichtert das Umfassen durch den kindlichen Mund. Auf diese Weise bilden die Reflexe von Mutter und Kind einen Regelkreis, der das Stillen biologisch überhaupt erst ermöglicht. Je weniger angelegt wird, desto weniger wird Milch produziert, d.h. der natürliche Kreislauf muss in Gang gehalten werden. Durch das Zusammenspiel von Stillverhalten der Mutter und Saugverhalten des Babys pendelt sich im Idealfall ein Gleichgewicht zwischen Milchproduktion und Bedarf ein.





