Frauenärzte im Netz


Anti-Aging

Den Jahren mehr Leben geben


Den Jahren mehr Leben geben, nicht dem Leben ein mehr an Jahren. Wann Wachstum in Abbau übergeht, darüber sind sich Altersforscher inzwischen einig: Zwischen 28 und 36 Jahren erreichen wir unser absolutes Leistungshoch. Frauen überschreiten den Zenit ihrer Vitalität in der Regel mit Mitte 30, Männer bereits mit Ende 20. Die endgültige Klärung dessen, warum wir diesen Schritt machen, steht indes noch aus. Doch nach und nach gibt das Altern den Gerontologen sein Geheimnis preis. So kristallisiert sich heraus, dass die Dauer unseres Auftritts von zahlreichen, ineinander greifenden Faktoren bestimmt ist. Da wären zunächst die Gene: Die besten Karten im Spiel des Lebens zieht man, indem man sich Eltern und Großeltern aussucht, die ein hohes Alter erreicht haben. Die Chancen ebenfalls so alt zu werden, stehen günstig. Denn die Fähigkeit unserer Körperzellen, sich zu teilen, ist auf eine von Mensch zu Mensch unterschiedliche Anzahl beschränkt - nach ihrem Entdecker „Hayflick-Limit" genannt. Dieses ist festgeschrieben in unseren Genen und wird vererbt. Was die Teilungsfähigkeit der Zellen endlich macht, sind Telomere, die Endstücke der Chromosomen, welche bei jeder Teilung schrumpfen. Sind sie aufgebraucht, ist das Repertoire der Zelle zur Neubildung erschöpft und sie stirbt ab. Wie schnell die genetische Lebensuhr tickt, wird zudem durch Veränderungen im Erbgut - Mutationen - bestimmt, die im Laufe des Lebens stetig zunehmen. Zwar kann die körpereigene Werkstatt derartige Schäden reparieren, jedoch nur bis zu einem gewissen Limit.

"Das Geheimnis, sein Leben zu verlängern, besteht darin, es nicht zu verkürzen"

Wie der Blick hinter die Kulissen des Alterns zeigt, bestimmen die Gene das Tempo des Alterungsprozesses allerdings nur zu rund einem Drittel - der Rest geht auf Konto des Lebenstils. Wie bereits Ernst von Feuchtersleben seinen Zeitgenossen 1838 nahelegte, besteht „das ganze Geheimnis, sein Leben zu verlängern, darin, es nicht zu verkürzen". Zu Recht, denn dass wir schneller altern, als uns lieb ist, lässt sich in der Tat selbst beeinflussen: indem vermeidbare Risiken für vorzeitiges Altern und klassische altersbedingte Erkrankungen umgangen werden. Diese Tatsache zu vermitteln und deren praktische Umsetzung ärztlich zu begleiten, ist die eigentliche Aufgabe der Anti-Aging-Medizin. Denn damit, täglich ein Arsenal an Vitalstoff-Pillen und Hormonersatzpräparaten zu konsumieren ist es nicht getan - wenn auch viele Anti-Aging-Institute dies gewinnbringend suggerieren. Die richtige Ernährung und Sport sind gleich wichtig.

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