Frauenärzte im Netz

Alkohol


Er ist die legale Droge Nummer eins in Deutschland. Doch der Grat zwischen Genuss und Sucht ist sehr schmal: 1,6 Millionen Bundesbürger sind alkoholabhängig, weitere fünf bis zehn Millionen gelten als gefährdet. Ein Drittel davon sind Frauen, Tendenz steigend.

Verfallen Frauen dem Alkohol, spielt zum einen genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle. Zum anderen tragen belastende Familien- und Lebensereignisse, besonders in Kindheit und Jugend, dazu bei: Missbrauch, Misshandlung und traumatische Erlebnisse können die Suchtgefahr erhöhen. Auch Depressionen und Ängste machen Frauen abhängig - Alkohol als Helfer in der Not.

Dabei vertragen Frauen weniger, weil ihr Körper einen geringeren Wasseranteil als der von Männern hat. Die gleiche Menge Alkohol löst sich in weniger Körperflüssigkeit, damit ist die relative Konzentration höher. Dazu kommt, dass der weibliche Stoffwechsel Alkohol langsamer abbaut. Damit schwimmt der Alkohol länger im Blut.

Typische Alarmzeichen, die auf eine Alkoholsucht hindeuten könnten sind:

  • Das Anlegen von Alkohol-Verstecken
  • Schuldgefühle nach dem Konsum von Alkohol
  • Gedächtnislücken nach dem Trinken
  • Das Gefühl, nach dem ersten Glas nicht aufhören zu können
  • Morgendliches Zittern, das sich nach Alkoholkonsum verbessert
  • Tägliches Trinken

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome an sich beobachten, sollten Sie unbedingt mit jemanden darüber sprechen. Ihr Frauenarzt kann hier eine erste Anlaufstelle sein. Wenn Sie es lieber etwas anonymer haben, stehen Ihnen Selbsthilfegruppen wie beispielsweise die anonymen Alkoholiker (www.anonyme-alkoholiker.de) hilfreich zur Seite.

Bitte alkoholfrei

Inzwischen gibt es auch Selbsthilfegruppen, die sich ausschließlich an Frauen wenden. So unter anderem "Mein Weg - Selbsthilfegruppe für alkoholkranke Frauen ab Vierzig" oder "Frauen helfen Frauen".

Gönnen Sie Ihrem Körper Erholungsphasen: Legen Sie immer wieder einen alkoholfreien Tag ein, damit sich Ihre Leber regenerieren kann. Sie wird es Ihnen danken, schließlich ist sie beim Abbau von Alkohol extrem gefordert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar ein bis drei Tage Alkoholabstinenz in der Woche.

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