Frauenärzte im Netz

Frauenarzt Ellwangen - Dr. med. Sebastian Hock
Mitarbeit: Kerstin Bischoff , Dr. med. Wolfgang Nikolajek & Dr. med. Sabine Wolf

Schwangerschaft

Mit Ihnen gemeinsam freue ich mich auf Ihr Baby und werde alles tun, dass Sie eine angenehme und sichere Schwangerschaft und Geburt erleben können. Hierfür werden Sie bei mir entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien und nach den neuesten Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe betreut (http://www.dggg.de/).

Sollten Sie beschwerdefrei sein, so kommen Sie bitte etwa eine Woche nach Ausbleiben der Periode zur ersten Kontrolle in die Sprechstunde. Hierbei wird geschaut, ob die Schwangerschaft regelrecht angelegt ist und sich in der Gebärmutter eingenistet hat. Außerdem können wir über alle Fragen rund um die Schwangerschaft sprechen, wie über den Beruf, Ernährung, Haustiere, Reisen etc. Es wird Ihnen weiterhin Blut abgenommen und der Mutterpass angelegt.

Waren Sie bereits schwanger, so bringen Sie bitte den alten Mutterpass mit, auch wenn dieser schon voll ist. Ebenso sollten Sie bitte den Impfpass und ggf. einen Blutspendeausweis mitbringen.
Während der Schwangerschaft kommen Sie am Anfang alle vier Wochen, ab der 30. Schwangerschaftswoche dann etwa alle zwei Wochen in die Sprechstunde. Dabei werden wir uns immer unterhalten und Sie können alle Fragen stellen, die Sie haben. Dann werden Sie untersucht, um eine normale Entwicklung des Kindes festzustellen.
Dazu werden entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien drei Ultraschalle (10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche) durchgeführt. Leider werden nur diese drei Ultraschalle von der Krankenkasse bezahlt. Häufigere Ultraschalluntersuchungen sind zum frühzeitigen Erkennen von Erkrankungen, Mangelentwicklungen oder Lageanomalien des Kindes aber durchaus medizinisch sinnvoll. Darüber hinaus ist es für Sie und Ihren Partner auch einfach schön, die Entwicklung Ihres Kindes regelmäßig zu beobachten und es macht Spaß, das kleine Kind in Ihrem Bauch sich bewegen und wachsen zu sehen. Hierfür steht Ihnen ein eigener Monitor zur Verfügung, so dass Sie und Ihr Partner die Ultraschalluntersuchung optimal und bequem verfolgen können.

Ich habe die Zulassung zur weiterführenden Ultraschalldiagnostik sowie zur Doppleruntersuchung (Blutflussmessung), womit Mangelversorgung oder das Risiko einer Schwangwerschaftsvergiftung (Gestose) frühzeitig erkannt werden können. 

Deshalb biete ich Ihnen in der Schwangerschaft weiterführende, regelmäßige Ultraschalluntersuchungen als IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheits-Leistungen) an:

3-D-Ultraschall
3-D-Bilder in Echtzeit (4-D) vom Kind im Mutterleib liefern faszinierende Details
Wir haben weiter die Möglichkeit, Ultraschallaufnahmen in digitaler dreidimensionaler Technik (3-D) herzustellen.
Diese geben noch genauere Informationen über das neugeborene Kind. Wir können je nach Lage des Kindes einzelne Körperteile wie das Gesicht oder die Gliedmaßen plastisch darstellen. Oft ist es auch möglich, ein schönes Bild von Ihrem Kind im Mutterleib zu machen. Das kindliche Gesicht ist „zum Fassen" nah, sogar die Mimik lässt sich erkennen. Man kann sehen, ob das Kind schläft oder wach ist, ob es gähnt oder am Daumen lutscht. Außerdem kann man die Bewegungen der Extremitäten mit Händen und Füßen hervorragend darstellen.

Kontrolle auf Schutz vor Toxoplasmose
Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die vor allem durch den Kot infizierter Katzen und damit verunreinigtes Obst oder Gemüse oder rohes, roh geräuchertes oder zu wenig gegartes Fleisch, v. a. von Schwein und Schaf (roher Schinken, Salami, Hackfleisch usw.) übertragen wird.
Normalerweise verursacht die Erkrankung nur grippeähnliche Symptome, eine Erstinfektion in der Schwangerschaft kann aber zu Fehlgeburt, Absterben oder Schädigung des Kindes (Augenschäden, Wasserkopf, Intelligenzminderung usw.) führen. Etwa 60% aller Frauen hatten noch nie eine Toxoplasmose und haben somit keinen Schutz vor einer Erstinfektion in der Schwangerschaft.
Zur Feststellung eines Immunstatus kann möglichst zu Beginn einer Schwangerschaft ein Bluttest durchgeführt werden. Besteht keine Immunität, ist es erforderlich, mögliche Übertragungswege (siehe oben) strikt zu meiden, und es macht Sinn, in der 18. und 28. SSSW bzw. bei unklarem Infekt nochmals zu kontrollieren, da im Falle einer akuten Infektion medikamentös behandelt werden kann.

Kontrolle auf Schutz vor Zytomegalie
Zytomegalie ist die häufigste Infektion in der Schwangerschaft, durch die ein Kind geschädigt werden kann. Sie wird vor allem durch Schmierinfektion und engen Kontakt mit virusausscheidenden Kleinkindern übertragen. Es können u. a. Schwerhörigkeit, Sehstörungen und Intelligenzminderung entstehen. Sollte ein Infekt in der Schwangerschaft festgestellt werden, kann z. T. mit Immunglobulinen behandelt werden.
Bei fehlender Immunität sollte deshalb die Untersuchung in der 18. und 28. SSW wiederholt werden. Einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen nach dem Windelwechseln oder nach Kontakt mit Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten des Kindes, nicht deren Essensreste verzehren sowie die Vermeidung gleichen Geschirrs reduziert das Ansteckungsrisiko.
Zur Feststellung eines Immunstatus kann möglichst zu Beginn einer Schwangerschaft ein Bluttest durchgeführt werden.

Kontrolle auf Schutz vor Ringelröteln
Ringelröteln (Infektion mit Parvovirus B 19) haben nichts mit Röteln zu tun. Im Erwachsenenalter verlaufen sie oft ohne den bei Kindern typischen Hautausschlag und fallen in der Schwangerschaft oft nur durch Gelenkbeschwerden auf. Bei einer Infektion vor der 23. Schwangerschaftswoche besteht die Gefahr einer Blutarmut für das Kind, die bis zum Absterben des Kindes führen kann.  Liegt eine akute Infektion vor, werden engmaschig spezielle Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Falls erforderlich, so kann auch eine Blut­übertragung auf das Kind erfolgen.  Die Tröpfcheninfektion kann durch Kontakt zu Erkrankten vermieden werden (schwierig, da oft keine Symptome). Zur Feststellung eines Immunstatus kann möglichst zu Beginn einer Schwangerschaftein Bluttest durchgeführt werden.

Kontrolle auf Infektionen in der Scheide
Wenn die 35.-37. SSW erreicht wird und die Geburt bevorsteht, ist eine Kontrolle der bakteriologischen Zusammensetzung des Scheidenausflusses sinnvoll, um zum Teil gefährliche Ansteckungen des Kindes während seines Durchganges durch den Geburtskanal zu vermeiden.
B-Streptokokken sind eine der häufigsten Ursachen des vorzeitigen Blasensprungs und somit der Frühgeburt, können beim Neugeborenen aber auch lebensgefährliche Lungenentzündungen und Sepsis (Blutvergiftung) oder Hirnhautentzündung hervorrufen.
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt deshalb die Kontrolle durch einen Scheidenabstrich. Bei Nachweis von B-Streptokokken wird die Mutter unter der Geburt mit Antibiotika behandelt, um das Kind vor einer Infektion zu schützen.
Zur Feststellung wird ein bakteriologischer Abstrich aus der Scheide und dem After entnommen.

Zuckerbelastungstest
Etwa 5% der gesunden Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Das Risiko ist bei Menschen, bei denen ein Eltern- oder Großelternteil erkrankt ist, mit 30% wesentlich höher. Das Risiko, durch die zusätzliche Belastung des Stoffwechsels während einer Schwangerschaft vorübergehend zuckerkrank zu werden (Schwangerschaftsdiabetes), liegt ebenfalls bei etwa 5%.
Die Gefahren eines unbehandelten Diabetes sind Riesenkinder mit Komplikationen unter der Geburt wie Hängen bleiben der Schulter und Lähmung des betroffenen Arms. Bei großen Kindern muss häufiger ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Auch haben betroffene Kinder nach der Geburt oft Probleme mit der Atmung und der Blutzuckerregulierung. Durch Unterzuckerung kann es zu Hirnleistungsstörungen oder Koma kommen. Ebenso ist das Risiko für kindliche Schädigungen und Absterben des Kindes im Mutterleib erhöht.
Von der Deutschen Gesellschaft für Diabetes und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird deshalb ein Blutzucker-Screening empfohlen. Dieses wird bei fehlenden Risikofaktoren etwa um die 24. -28. SSW durchgeführt. Dabei werden 50g Glucose in Wasser aufgelöst und getrunken. Es erfolgt eine Blutzuckerkontrolle nach einer Stunde. Man muss hierfür nicht nüchtern sein.

Liegen Risikofaktoren vor (Gestationsdiabetes oder sehr großes Kind in einer vorherigen Schwangerschaft, Diabetes in der Familie, Übergewicht, vorausgegangene Totgeburt ...) sollte der Test bereits in der 12. SSW durchgeführt und ggf. in der 24. und 32. SSW wiederholt werden.
Bei auffälligem Wert erfolgt eine Überweisung zum ausführlichen Zuckerbelastungstest (Kassenleistung).
Wir empfehlen allen unseren Schwangeren, daran teilzunehmen! Der Test mittlerweile im Erstattungsverfahren von den Krankenkassen bezahlt!