Frauenärzte im Netz

Dr. med. Petra Brinkmann, Rothenburg 49, 48143 Münster

Nicht invasive pränatale Diagnostik ( vorgeburtliche Diagnostik)

(= vorgeburtliche Ultraschalluntersuchungen ohne Punktion zur Erkennung von Fehlbildungs- oder Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes)


Ersttrimesterscreening (= Nackentransparenz/faltenmessung)
12.-14. SSW
( Frühes Screening im ersten Schwangerschaftsdrittel)

Ziel der Untersuchung:
1. Erkennen schwerer früher kindlicher Fehlbildungen oder funktioneller Organstörungen
2. Risikoabschätzung für das Vorliegen kindlicher, chromosomaler Störungen wie z.B. das „Down-Syndrom“ mittels Messung der sog. Nackentransparenz (nach den Richtlinien der FMF) ggf. unter Einbeziehung zweier Schwangerschaftsblutwerte PAPP-A und ß-HCG
3. Beurteilung der Anzahl der Feten sowie Feststellung der Eihaut- und Plazentaverhältnisse bei Zwillingsschwangerschaften


Organultraschall ("Feindiagnostik") 19.-22. SSW

Mögliche Gründe für diese Untersuchung:

  • Kontrolle nach Auffälligkeiten in früheren Schwangerschaften
  • Familiäre Auffälligkeiten/ Erbkrankheiten
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Mütterliche Erkrankungen, die mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko einhergehen z. B. Diabetes mellitus
  • Infektionen in der Schwangerschaft
  • Medikamenteneinnahme oder Strahleneinwirkung während der Schwangerschaft


    Ziel der Untersuchung:

    1. Untersuchung auf Hinweiszeichen für mögliche kindliche Fehlentwicklungen, Chromosomenstörungen, syndromale Krankheitsbilder, Stoffwechselstörungen oder funktionelle Organstörungen
    2. Kontrolle der Kindsentwicklung und der kindlichen Versorgung

    Der gesicherte pränatale Nachweis einer Chromosomenstörung kann nur durch genetische Untersuchung aus Zellen des Chorionzottengewebes, des Fruchtwassers, des Nabelschnurblutes  und ggf per NIPT ( s.u.) erfolgen.



    Fetale Echokardiographie ( Ultraschall des kindlichen Herzens)

    Herzfehler und Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Menschen. Man muss mit 4-8 Herzfehlbildungen je 1000 Lebendgeborenen rechnen. Als Ursachen für die Entwicklung einer angeborenen Herzerkrankung spielen familiäres Vorkommen, Umweltfaktoren, Erkrankungen der Mutter wie z.B. Diabetes mellitus eine Rolle.


    Im Rahmen der „Herz-Feindiagnostik“ ( Echokardiographie) werden Lage, Struktur sowie die Funktion des kindlichen Herzens eingehend untersucht.

    Mögliche Gründe für eine spezielle Herzuntersuchung:

    1. Auffallender Wert bei der Nackentransparenzmessung
    2. Familiäre Belastung
    3. Verdacht auf Herzfehler oder Herzrhythmusstörungen
    4. Mütterliche Erkrankungen ( Diabestes mellitus... )
    5. Infektionen in der Frühschwangerschaft
    6. Mangelentwicklung eines Feten
    7. Mehrlingsschwangerschaften


    Durch gezielte farbkodierte Ultraschalluntersuchung können somit viele- aber nicht alle- funktionelle und strukturelle Herzfehler diagnostiziert werden.


    Dopplersonographie

    Bei dieser Untersuchung wird der Blutfluss in kindlichen Gefäßen (Nabelschnur, Hauptschlagader, Gehirngefäße) und einem Teil der mütterlichen Gefäße (Gebärmuttergefäße) farbig und akustisch dargestellt . Nach heutigem Wissensstand birgt die Doppleruntersuchung kein Risiko für die Schwangere und ihr Ungeborenes. Anhand der Blutströme lassen sich akute oder chronische kindliche Mangelzustände diagnostizieren.



    Mögliche Gründe für eine Dopplerdiagnostik:

    1. Verdacht auf vermindertes Wachstum / Wachstumsstillstand des Kindes
    2. Verminderte Fruchtwassermenge
    3. Verdacht auf kindliche Fehlbildung oder Erkrankung
    4. Verdacht auf kindliche Herzerkrankung
    5. Schwangerschaftsbedingte Erkrankungen der Mutter ( Praeeklampsie, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen )
    6. Früh-oder Mangelgeburten in einer vorangegangenen Schwangerschaft
    7. Mehrlingsschwangerschaften
    8. Infektionserkrankungen



    3D/ 4D-Ultraschall

    Immer mehr Eltern interessieren sich für die Möglichkeit des 3D/4D-Ultraschalls (4D = real-time 3D). Dieses neue Verfahren ist in erster Linie als Ergänzung zur 2 D-Darstellung bei speziellen Fragen zu sehen.
    Die Eltern sind häufig sehr beeindruckt von der dreidimensionalen Darstellung ihres Kindes.
    Bei sehr schlechten Untersuchungsbedingungen allerdings - lebhafte Kindsbewegungen, wenig Fruchtwasser oder ungünstiger Lage des Kindes - ist oft schon eine 2D-Untersuchung erschwert und eine 3D / 4D- Darstellung ist dann kaum möglich.


  •